10.01.2005 · Mit knappem Vorsprung dürfte Deutschland 2004 den Titel des Exportweltmeisters im Warenhandel vor den Vereinigten Staaten verteidigt haben. Einschließlich der Dienstleistungen bleibt indes Amerika an der Spitze.
Deutschland dürfte im vergangenen Jahr den Titel des Exportweltmeisters im Warenhandel knapp gegen die Vereinigten Staaten verteidigt haben. Diesen Schluß erlauben die bislang bekannten Daten über die Außenhandelsentwicklung in den beiden Ländern. Berücksichtigt man den gesamten internationalen Handel mit Waren und mit Dienstleistungen, bleiben indes die Vereinigten Staaten wie schon 2003 führend.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamts vom Montag hat die deutsche Wirtschaft im November Waren im Wert von 66,6 Milliarden Euro und damit überdurchschnittliche13,2 Prozent mehr als im Vorjahresmonat ausgeführt. Von Januar bis November addierte sich der Ausfuhrwert auf 673,9 Milliarden Euro; er ist damit schon größer als die 664,7 Milliarden Euro im Gesamtjahr 2003.
In saisonbereinigter Rechnung, mit einem geschätzten Monatswert für Dezember und umgerechnet in Dollar, dürfte Deutschland 2004 Waren im Wert von rund 820 Milliarden Dollar ausgeführt haben. Für die Vereinigten Staaten, für die Angaben zum Außenhandel erst bis Oktober vorliegen, ergibt sich ein Jahresausfuhrwert von geschätzt rund 800 Milliarden Dollar. Damit hätte Deutschland den Exportweltmeistertitel, den es 2003 wiedererrang, verteidigt. Der Vorsprung vor den Vereinigten Staaten fiele knapper aus als 2003.
Führungsrolle nur im Warenhandel
Freilich behält Deutschland die Führungsrolle nur im Warenhandel. Unter Einschluß des Handels mit Dienstleistungen dürften die Vereinigten Staaten wie schon im Jahr 2003 mit deutlichem Vorsprung an der Spitze der Exportnationen liegen. Von Januar bis Oktober führten die amerikanischen Unternehmen in saisonbereinigter Rechnung Waren im Wert von 667 Milliarden Dollar aus. Zugleich aber erzielten sie Einnahmen im grenzüberschreitenden Dienstleistungshandel von 280 Milliarden Dollar. Die Daten lassen bislang allerdings nur vorläufige Schlüsse zu. Eine offizielle Jahresbilanz für beide Staaten wird erst Mitte Februar möglich sein.
Die Aufwertung des Euro vor allem gegenüber dem Dollar hat den deutschen Export bis in den November hinein kaum gebremst; sie wurde durch die stark wachsende Weltwirtschaft und durch die Nachfrage aus dem Euro-Raum überkompensiert. Rein rechnerisch trägt der Verfall des Dollarwertes maßgeblich dazu bei, daß der deutsche Exportwert so hoch ist. Der Export von Waren und Dienstleistungen dürfte 2004 dem Wert nach um rund 8 Prozent gewachsen sein. Zugleich aber hat der Euro im Jahresdurchschnitt 10 Prozent (2003: 19,6 Prozent) gegenüber dem amerikanischen Dollar aufgewertet.
Exportmotor läuft
Die Außenhandelsentwicklung im November zeigt nach Einschätzung der Ökonomen von der Commerzbank, daß "der Exportmotor weiter läuft". Gegenüber dem Vormonat verbuchten die deutschen Unternehmen saisonbereinigt zwar nur ein Plus von 0,4 Prozent. Doch war dies das dritte Plus nacheinander. Volkswirte hatten mit einer Schrumpfung gerechnet.
Die Wareneinfuhr lag im November dem Wert nach bei 54,7 Milliarden Euro, 12,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat und 1,8 Prozent mehr als im Vormonat. Der starke Zuwachs der Einfuhr deutet nach Ansicht von Ökonomen darauf hin, daß die Binnennachfrage auch im vierten Quartal gewachsen ist. Die Außenhandelsbilanz schloß im November mit einem Überschuß von 11,9 Milliarden Euro; die Leistungsbilanz erreichte ein Plus von 8,5 Milliarden Euro.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.947,17 | −0,61% |
| EUR/USD | 1,3195 | −0,67% |
| Rohöl Brent Crude | 117,61 $ | −0,91% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |