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Außenhandel Deutscher Export wächst kräftig

09.04.2010 ·  Es ist der stärkste Anstieg seit acht Monaten: Der deutsche Export legte im Februar saisonbereinigt um 5,1 Prozent im Vergleich zum Januar zu. Ein Zeichen für die Erholung der Weltwirtschaft? Fachleute sagen: Ja - mit Einschränkungen.

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Die deutsche Ausfuhr ist im Februar stärker als erwartet gestiegen. Der Export legte saisonbereinigt um 5,1 Prozent im Vergleich zum Januar zu, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Das war der kräftigste Zuwachs seit acht Monaten. Damit wurde ein Großteil des im Januar erlittenen Einbruchs von 6,5 Prozent wieder aufgeholt. Fachleute hatten den Anstieg erwartet, er fiel aber etwas deutlicher aus, als manche vorhergesehen hatten. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten mit einem kalender- und saisonbereinigten Plus von 4,4 Prozent gerechnet.

Die Unternehmen verkauften Waren im Wert von 70,0 Milliarden Euro ins Ausland. Das waren 9,6 Prozent mehr als im Februar 2009 - der stärkste Zuwachs seit April 2008 (damals waren es 13,1 Prozent gewesen). Allerdings war der Export vor einem Jahr mit fast einem Viertel auch besonders kräftig eingebrochen. Überdurchschnittlich gestiegen ist die deutsche Ausfuhr in Länder außerhalb Europas: Hier gab es eine Plus von 13,7 Prozent, während der Export in die Euro-Länder nur um 5,3 Prozent stieg.

Die Einfuhr erhöhte sich binnen Jahresfrist um 4,2 Prozent auf 57,3 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Januar gab es ein Plus von 0,2 Prozent. Analysten hatten hier ein Minus von 1,0 Prozent erwartet. Der bereinigte Handelsbilanzüberschuss erhöhte sich auf 12,1 Milliarden Euro.

Analysten sind positiv gestimmt - warnen aber vor Euphorie

Bankvolkswirte bewerteten die Zahlen verhalten positiv. „Das ist ein starker Anstieg“, sagte Jürgen Michels von der Citigroup. „Allerdings sind die Zahlen mit Vorsicht zu genießen.“ Im Januar habe es wegen des kalten Wetters Probleme beim Transport gegeben, so dass einige Güter nicht ausgeliefert werden konnten. Auch im Februar sei das Wetter noch so schlecht gewesen, dass eine volle Auflösung des Wetterstaus erst im März zu sehen sein werde. „Es deutet aber abgesehen davon vieles darauf hin, dass die Exporte eine Triebfeder des deutschen Aufschwungs sein werden“, erklärte Michels.

„Wir wissen, dass sich die Weltwirtschaft wieder erholt - von den USA bis China“, sagte Andreas Rees von Unicredit. „Trotzdem dürfte der Außenbeitrag die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal nicht angeschoben haben. Wir rechnen deshalb damit, dass das Bruttoinlandsprodukt um 0,1 Prozent geschrumpft ist.“ Der Unicredit-Fachmann rechnet damit, dass der Export in den nächsten Monaten weiterhin sehr stark zulegen wird.

Im Krisenjahr 2009 hatten die Exporteure mit rund 18 Prozent den schwersten Umsatzeinbruch seit Gründung der Bundesrepublik erlitten. In diesem Jahr peilt der Branchenverband BGA ein Plus von neun Prozent an, weil sich der Welthandel wegen niedriger Zinsen und riesiger Konjunkturprogramme wieder gefangen hat. Das vor der Krise erreichte Niveau werde aber erst 2013 wieder erreicht, so die Voraussage.

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29.05.2012 16:12 Uhr
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