Die weltweite Wirtschaftskrise belastet weiter den deutschen Außenhandel. Im August sank die Ausfuhr überraschend deutlich im Vergleich zum Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mit. Es war der erste Rückgang seit vier Monaten.
Deutsche Firmen exportierten Waren im Wert von 60,4 Milliarden Euro; das waren 1,8 Prozent weniger als im Juli. Wie stark die Krise die Exportwirtschaft lähmt, zeigt der Vergleich zum Vorjahr. Weil die Nachfrage aus aller Welt eingebrochen ist, lagen die Ausfuhren um 20 Prozent unter dem Ergebnis vom August 2008. Die Einfuhr ging fast genauso stark zurück.
Der Exportverband BGA erwartet für 2009 einen Umsatzrückgang von etwa 18 Prozent. Es wäre das erste Minus seit 1993 und das größte seit Bestehen der Bundesrepublik. Für 2010 rechnet BGA-Präsident Anton Börner wieder mit einem Wachstum von fünf bis zehn Prozent.
Klare Enttäuschung oder statistischer Zufall?
Analysten bewerteten den überraschenden Rückgang der Ausfuhr im August unterschiedlich: „Das ist eine klare Enttäuschung“, sagte Ralph Solveen von der Commerzbank. Einen Grund dafür sollte man aber nicht lange suchen, weil die Entwicklungen von Monat zu Monat häufig volatil sind. Insgesamt zeigt der Trend weiter nach oben.“
Laut Commerzbank belastet der Rückgang jedoch den Außenbeitrag im dritten Quartal. Trotzdem heißt es in einer Studie vom Freitag. „Der Außenhandel, der im Winterhalbjahr eine der größten Belastungen war, trägt wesentlich zur Erholung in der zweiten Jahreshälfte bei.“ Im dritten Quartal dürfte das Bruttoinlandsprodukt deutlich stärker wachsen als im zweiten Quartal.
Laut Unicredit ist der Rückgang der Ausfuhr hingegen einem statistischer Zufall geschuldet. So seien die ausländischen Industrieumsätze - normalerweise ein guter Indikator für die Ausfuhren - im August kräftig gestiegen, heißt es in einer Studie vom Freitag. Für September sei daher mit einem Nachholeffekt und damit einem staken Anstieg der Exporte zu rechnen. Ähnliches sei bereits in der Vergangenheit zu beobachten gewesen, jüngst in den Monaten Mai und Juni dieses Jahres.
Überrascht von der Entwicklung zeigte sich Analyst Andreas Scheuerle von der Dekabank: Das Minus komme etwas unvermittelt, sagte er. Die Aufträge und Umsätze seien eigentlich gut ausgefallen. „Ich vermute, dass es sich um ein Verschnaufen nach den kräftigen Anstiegen in den Vormonat handelt. Rational ist es nicht zu erklären. Im September erwarte ich einen positiven Rückprall. Im vierten Quartal wird sich die Aufwärtsdynamik dann verlangsamen.“
Vielleicht
(zx10)
- 09.10.2009, 15:21 Uhr
insgesamt
Thomas Kutzli (hibouh)
- 09.10.2009, 18:59 Uhr
Langfristige Verschiebungen durch die Krise?
Gerhard Dünnhaupt (dunnhaupt)
- 09.10.2009, 19:47 Uhr
So laßt uns weiter hoffen und glauben -
Karl-Heinz Andresen (khaproperty)
- 10.10.2009, 21:33 Uhr
