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Auslandsinvestoren Deutschland gewinnt an Anziehungskraft

 ·  Erstmals hat Deutschland mehr Auslandsinvestoren ins Land gelockt als Frankreich und liegt damit in der Statistik von Ernst & Young auf Platz zwei in Europa. Großbritannien bleibt Spitzenreiter.

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© dpa Nicht nur für Touristen attraktiv: Die Bundesrepublik lockt mehr Investoren an

Deutschland gewinnt unter ausländischen Investoren an Attraktivität. Die deutsche Wirtschaft hat im vergangenen Jahr erstmals mehr ausländische Investitionsprojekte angezogen und dadurch mehr Arbeitsplätze geschaffen als Frankreich. Dies ist das Ergebnis der jüngsten Ausgabe der Investitionsanalyse von der Unternehmensberatung Ernst & Young, die jährlich die Anziehungskraft der europäischen Länder miteinander vergleicht.

„Deutschland hat sich durch seine Reformen ein extrem starkes Image erworben. Mit einer gewissen Zeitverzögerung schlägt sich das nun auch in den Investitionsentscheidungen der Investoren nieder“, sagte Marc Lhermite, der für die Studie verantwortliche Partner bei Ernst & Young, in Paris.

Seit Einführung der Studie von Ernst & Young vor gut zehn Jahren ist Großbritannien der Spitzenreiter im Anlocken von Auslandsinvestoren. Die Offenheit und Flexibilität der britischen Wirtschaft, die englische Sprache und auch die Nähe der Finanzinvestoren in der Londoner City gelten seit langem als Wettbewerbsvorteil. Deutschland dagegen hinkte viele Jahre hinterher, weil der Standort als teuer und stark reguliert galt. Mächtige einheimische Anbieter wirkten zudem auf etliche Investoren eher abschreckend, berichtet Ernst & Young.

Amerika bleibt Deutschlands größter Auslandsinvestor

In den vergangenen beiden Jahren hat Deutschland allerdings aufgeholt. 2011 lockte die Wirtschaft in der Bundesrepublik 97 Investitionsprojekte an - das waren 7Prozent mehr als im Vorjahr. Dadurch wurden rund 17.300 Arbeitsplätze geschaffen, 43 Prozent mehr als im Jahr 2010. Großbritannien musste dagegen bei der Zahl der Projekte Rückgänge hinnehmen, und in Frankreich gab es auch negative Auswirkungen bei der Arbeitsplatzschaffung. Die Datenbank von Ernst & Young erfasst nur grenzüberschreitende Investitionen, die zum Aufbau neuer Kapazitäten, zur Erweiterung bestehender Einrichtungen und zur Schaffung neuer Arbeitsplätze führen. Reine Unternehmenskäufe ohne diese Expansionsschritte sowie Finanzinvestitionen sind in den Werten nicht berücksichtigt.

Nach Angaben von Ernst & Young profitiert Deutschland besonders von seinen wachsenden Verbindungen zu den Schwellenländern. Chinesische Investoren stünden mittlerweile schon für 8 Prozent der Auslandsinvestitionen, gegenüber nur 2 Prozent im Jahr 2007. Sie hätten unter anderem stark in der Solarindustrie investiert. Auch das Nachbarland Schweiz habe seinen Anteil an den ausländischen Direktinvestitionen seit dem Jahr 2007 von 6 auf 11 Prozent gesteigert. Die Vereinigten Staaten bleiben indes der größte Auslandsinvestor in Deutschland. Insgesamt profitierten die Bereiche erneuerbare Energien, Automobil- und Transportausrüstungen sowie der allgemeine Technologiesektor am stärksten von ausländischen Investoren.

Die Unternehmensberatung Ernst & Young liefert freilich keine Betrachtung nach dem Wert der Investitionen. Diese ist im jährlichen Bericht der Welthandels- und Entwicklungskonferenz Unctad zu finden. Danach gingen die grenzüberschreitenden Erweiterungsinvestitionen („auf der grünen Wiese“) in der Europäischen Union im vergangenen Jahr leicht von 143,1 auf 142,2 Milliarden Dollar zurück. Einen Rückgang um 1,2 Prozent auf 13,6Milliarden Dollar verzeichnete ebenfalls Deutschland. Doch auch nach den Unctad-Zahlen war die Bundesrepublik das zweitgrößte Empfängerland in der EU nach Großbritannien. Die Briten kamen in den Genuss von Auslandsinvestitionen in Höhe von gut 31 Milliarden Dollar - rund ein Drittel mehr als im Vorjahr.

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Jahrgang 1964, Wirtschaftskorrespondent in Paris.

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