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Ausländische Investitionen Britische Regierung gegen Schutzzäune

25.07.2007 ·  Der neue britische Schatzkanzler Alistair Darling hat die Investition Chinas bei Barclays begrüßt. Doch er fordert gleichen Zugang für alle. Britische Investitionen in Übersee müssten auch ihre Chance haben.

Von Bettina Schulz, London
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Der britische Schatzkanzler, Alistair Darling, hat sich in seiner ersten Rede als neuer britischer Finanzminister trotz der Milliardeninvestition Chinas in Barclays Bank für eine rigorose Beibehaltung offener Märkte ausgesprochen. Er folgte damit nicht der Diskussion in Kontinentaleuropa, Investitionen von ausländischen Staatsfonds einzuschränken. „Länder wie wir haben die Wahl: Entweder wir verstecken uns hinter unseren nationalen Grenzen und hoffen, dass wir die Globalisierung im Zaum halten können, oder wir sind zuversichtlich, dass wir uns dieser Herausforderung stellen können.“

Mit Blick auf das Engagement der China Development Bank (CDB) bei Barclays sagte Darling: „Ich begrüße Investitionen in Großbritannien. Sie sind ein Zeichen unseren Erfolges.“ Der neue Schatzkanzler fügte hinzu: „Weltweit muss das aber auf Gegenseitigkeit basieren. So wie wir Investitionen hier begrüßen, so müssen britische Investitionen in Übersee auch ihre Chance haben. Offenheit muss von Allen praktiziert werden.“

Sicherheitsrelevante Bereiche werden geprüft

Mit diesen Worten reagierte Darling auf eine in Großbritannien geführte Diskussion zum Thema ausländischer Staatsfonds, nachdem die CDB am Montag die bisher größte Auslandsinvestition Chinas angekündigt hatte. Die chinesische Staatsbank und die staatliche Beteiligungsgesellschaft Temasek aus Singapur wollen im Rahmen der Übernahme von ABN Amro bis zu 13,4 Milliarden Euro in Barclays investieren und entsprechende Beteiligungen eingehen. Dieses Engagement folgt mehreren Beteiligungen bei Unternehmen, die ausländische Staatsfonds aus Fernost und dem Mittleren Osten in jüngster Zeit in Europa eingegangen sind. Mit ihnen legen Länder des Mittleren Ostens Teile ihrer gewaltigen Öleinnahmen an und China Teile seiner Fremdwährungsreserven von 1,33 Billionen Dollar.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte gewarnt, bei Investitionen ausländischer Staatsfonds dürfe man „nicht naiv“ sein. Das Kanzleramt, Wirtschafts- und Finanzministerium stellten derzeit Grundsatzüberlegungen an, wie mit ausländischen Staatsfonds umzugehen sei. So werde geprüft, ob in sicherheitsrelevanten Bereichen möglicherweise mit Genehmigungsverfahren reagiert werden solle.

Chinesische Investition sorgt für Unruhe

Obwohl die Investition der CDB von der britischen Regierung, der britischen Finanzaufsichtsbehörde FSA und der Bank von England genehmigt worden war, warnte der stellvertretende Gouverneur der Bank von England, Sir John Gieve: „Wenn sich die Rolle von Ländern mit hohen Reserven vom Gläubiger in Eigentümer von Vermögen ändert, wird dies voraussichtlich zu politischen Spannungen führen und zu Rufen nach Protektionismus.“ Er spielte darauf an, dass Länder wie China ihre Fremdwährungsreserven zwar weitgehend in ausländischen Staatsanleihen anlegen, zunehmend aber Kapital in Beteiligungen von Auslandsunternehmen stecken.

Großbritannien hat sich bisher großzügiger ausländischen Investitionen gegenüber gezeigt als die Vereinigten Staaten und viele europäische Länder. Aber die Größenordnung der chinesischen Investition hat jetzt auch in London für Unruhe gesorgt. Es wird befürchtet, dass die Investition der CDB erst der Anfang eines umfangreicheren Investitionsprogrammes sein könnte, mit dem China auf Jahre hinaus die Anlage seiner Fremdwährungsreserven diversifizieren will.

Kritiker weisen zudem auf Interessenskonflikte hin, weil in China nicht gleichen Umweltstandards und Anforderungen an Unternehmensführung und Transparenz gestellt werden wie im Westen.

Quelle: F.A.Z., 26.07.2007, Nr. 171 / Seite 11
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Wirtschaftskorrespondentin in London.

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