Home
http://www.faz.net/-gqf-11wvy
Mehr Angebote
| Abo|Hilfe
Sonntag, 12. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Arbeitsmarkt „Keine Anzeichen für Massenentlassungen“

26.02.2009 ·  Die Wirtschaftskrise schlägt auf den Arbeitsmarkt durch: Zum Ende des Monats sind 63.000 Arbeitslose mehr gemeldet als im Januar. Dies ist der stärkste Anstieg in einem Februar seit dem Jahr 2005. Arbeitsminister Scholz setzt darauf, mit Kurzarbeit Entlassungen zu vermeiden.

Artikel Bilder (2) Video Lesermeinungen (7)

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Februar auf 3,552 Millionen gestiegen. Dies seien 63.000 mehr als im Januar und 66.000 weniger als vor einem Jahr, teilte Bundesagentur für Arbeit (BA) an diesem Donnerstag mit. Dies ist der stärkste Anstieg in einem Februar seit dem Jahr 2005.

Die Arbeitslosenquote legte im Monatsvergleich um 0,2 Punkte auf 8,5 Prozent zu. Unter Herausrechnung der jahreszeitlichen Schwankungen stieg die Erwerbslosenzahl von Januar auf Februar um 40.000. Das ist weniger drastisch als Fachleute befürchtet hatten. Die Expertenerwartungen lagen im Schnitt bei einer Zunahme um 60.000. Im Westen nahm die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Arbeitslosenzahl um 34.000 zu, im Osten stieg sie um 6.000.

Mit Kurzarbeit gegen Kündigungen

Die schwierige Wirtschaftslage hat sich nach Worten des BA-Vorsitzenden Frank-Jürgen Weise auch im Februar auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt. Die drei wichtigsten Indikatoren des Arbeitsmarktes hätten sich negativ entwickelt, sagte Weise in Nürnberg. „Die Arbeitslosigkeit stieg, die Erwerbstätigkeit nahm ab, und die Arbeitskräftenachfrage ging weiter zurück.“

Allerdings habe Kurzarbeit diesem Trend stabilisierend entgegen gewirkt. Im Dezember wurde den Angaben zufolge an 200.000 Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Dies waren 185.000 mehr als im Vorjahr.

Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) hofft, dass durch Kurzarbeit und Konjunkturpaket die Negativentwicklung am Arbeitsmarkt abgebremst werde und, und „wir besser durch die Krise kommen, als hätten wir sie nicht ergriffen“. Die hohe Zahl von Anmeldungen auf Kurzarbeit nannte er „ein gutes Zeichen unter schlechten Bedingungen“.

Die Unternehmen forderte er abermals auf, die verbesserten Möglichkeiten der Kurzarbeit zur Qualifizierung der Beschäftigten zu nutzen, um für den Aufschwung gerüstet zu sein. Entlassungen könnten sich als „falsche Entscheidung“ erweisen.

Eine Prognose über die Entwicklung der Arbeitslosigkeit lehnte Scholz ab. Es müsse alles daran gesetzt werden, den Zeitraum so kurz wie möglich zu halten, „bis es wieder los geht“. Privathaushalte und Unternehmen dürften mit Anschaffungen und Investitionen deshalb nicht zögern. „Wenn alle aufeinander warten, dann wird es eine ganz lange wirtschaftliche Krise“. Durch das Konjunkturpaket II sind nach Einschätzung von Scholz die Voraussetzungen für eine Trendumkehr und eine „vernünftige Wachstumsdynamik“ gegeben.

Guttenberg: „Zahlen, die uns keine Freude machen“

Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU ) sprach von „Zahlen, die uns keine Freude machen können“. Die gesamtwirtschaftliche Situation schlage voll auf den Arbeitsmarkt durch. Gleichzeitig griffen aber schon die Maßnahmen des Konjunkturpakets. Die Kurzarbeit biete aber eine Abfederung und sei „ein Instrument der Hoffnung“, das man nicht schlechtreden sollte.

Guttenberg bekräftigte seine Einschätzung, dass im zweiten Halbjahr „in bestimmten Bereichen“ eine konjunkturelle Besserung eintreten werde. Man müsse auch die hoffnungsvollen Signale zur Kenntnis nehmen. Er werde sich jedenfalls nicht an einem „Wettbewerb der schlechten Nachrichten“ beteiligen, sagte Guttenberg.

Trotz der steigenden Arbeitslosenzahlen gibt es nach den Worten von BA-Chef Weise derzeit noch keine Anzeichen für Massenentlassungen. Wenn die derzeitige Entwicklung sich fortsetze, werde es im Jahresdurchschnitt 3,5 Millionen Arbeitslose geben. Gemessen an den volkswirtschaftlichen Einschätzungen und dem Verlauf im Januar und Februar drohten auch im Herbst keine vier Millionen Arbeitslose, sagte Weise.

Die Zahl der in Deutschland registrierten Arbeitslosen war bereits im Januar stärker gestiegen als in den Vorjahren. Die BA registrierte im Januar 3,489 Millionen Arbeitslose. Weise hatte schon damals festgestellt: Der Konjunktur-Abschwung hat den Arbeitsmarkt erreicht.

Die Zahl der Erwerbstätigen hatte im Januar mit 39,83 Millionen erstmals seit März des vergangenen Jahres wieder unter der 40-Millionen-Marke gelegen. Der Rückgang von Dezember auf Januar fiel nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden mit 704.000 deutlich höher aus als während der Aufschwungphase in den beiden Vorjahren mit jeweils knapp einer halben Million.

Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Die Freiheit des Rauchers

Von Winand von Petersdorff

Verbote und Steuern zeigen Wirkung, vor allem bei jungen Leuten. Für Liberale ist das schwer zu schlucken. Mehr 6 18

10.02.2012 17:45 Uhr
  Vortag
Dax 6.692,96 −1,41%
 OK
10.02.2012
Name Kurs Prozent
DAX 6.692,96 −1,41%
FAZ-INDEX 1.495,13 −1,32%
TecDAX 769,89 −0,43%
MDAX 10.249,10 −1,04%
SDAX 4.985,13 −0,71%
REX 421,06 −0,02%
Eurostoxx 50 2.480,76 −1,65%
F.A.Z. EURO INDEX 80,01 −1,60%
Dow Jones 12.801,20 −0,69%
Nasdaq 100 2.547,32 −0,65%
S&P500 1.342,64 −0,69%
Nikkei225 8.947,17 −0,61%
EUR/USD 1,3195 −0,67%
Rohöl Brent Crude 117,61 $ −0,91%
Gold 1.711,50 $ −2,09%
Bund Future 138,62 € +1,01%