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Veröffentlicht: 10.01.2013, 11:31 Uhr

Arbeitsmarkt in Deutschland Beschäftigte arbeiten häufiger nebenbei im Minijob

Neben ihrem Hauptberuf verdienen sich immer mehr Menschen per Minijob etwas hinzu, zeigen aktuelle Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Dafür gibt es weniger Menschen, die nur in einem Minijob arbeiten.

© dapd Kellner arbeiten häufig im Minijob-Format.

Immer mehr regulär Beschäftigte verdienen sich in einem steuerfreien Minijob ein Zubrot zu ihrem Hauptberuf. Die Zahl der im Nebenjob geringfügig Beschäftigten stieg im Jahresvergleich um knapp 80.300 oder 3,2 Prozent auf 2,573 Millionen, geht aus einer Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervorgeht.

Die Zahl der Minijobber, die keiner anderen Beschäftigung nachgehen, sank hingegen im Jahresvergleich um 60.000 auf 4,834 Millionen. Die Angaben beziehen sich auf den Juni 2012, da die aktuellen Zahlen jeweils mit halbjährlicher Verzögerung vorliegen. Insgesamt befindet sich der deutsche Arbeitsmarkt in einer sehr robusten Verfassung - trotz der zuletzt etwas schwächer gewordenen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Im vergangenen Jahr lag die Zahl der Erwerbstätigen hierzulande so hoch wie noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik, die Arbeitslosenquote lag zugleich auf dem niedrigsten Niveau seit 1991. Niedrig ist sie auch, wenn man die Zahl für Deutschland mit den europäischen Nachbarländern, den Vereinigten Staaten oder Großbritannien vergleicht.

Allerdings gibt es Kritik an den Zahlen und immer wieder den Vorwurf, dass deutsche Jobwunder basiere lediglich auf einer Zunahme „prekärer“ Beschäftigungsverhältnisse wie zum Beispiel Minijobs: Dass dies Meinung verbreitet ist, zeigte jüngst anekdotisch eine Umfrage auf FAZ.NET.

Zahl der Minijobber nähert sich Rekord

Insgesamt gab es im Juni des vorigen Jahres rund 7,4 Millionen Minijobber. Das waren 20.000 mehr als ein Jahr zuvor und rund 120.000 mehr als im März 2012. Die Zahl nähert sich damit der Rekordmarke von 7,5 Millionen Minijobbern an, die im Dezember 2011 gezählt worden waren. Dabei bleiben Minijobs vor allem eine Verdienstmöglichkeit, die Frauen wählen. Frauen stellen mit 63 Prozent fast zwei Drittel der geringfügig entlohnten Beschäftigten.

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Bei Gewerkschaften und Sozialpolitikern stehen Minijobs in der Kritik, weil sie vielfach geringe Stundenlöhne brächten und zur Verfestigung des Niedriglohnsektors beitrügen. Die schwarz-gelbe Koalition hatte zum Anfang dieses Jahres die Verdienstgrenze von 400 auf 450 Euro erhöht. Bis zu diesen Einkommen sind Minijobs für Arbeitnehmer frei von Steuern und Sozialabgaben.

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Von Carsten Germis, Hamburg

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