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Arbeitsmarkt Der Zeitarbeit geht das Personal aus

30.08.2010 ·  Die gute Konjunktur treibt die Nachfrage nach Arbeitskräften an. Vor allem Zeitarbeitskräfte sind gefragt. In einigen Regionen seien die Arbeitsmärkte sogar schon leergefegt, sagt ein Sprecher des Arbeitgeberverbands BZA.

Von Sven Astheimer
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Trotz Sommerferien in vielen Bundesländern stieg im August der Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit um 2 auf 143 Punkte. Auch wenn sich das Wachstumstempo damit etwas verlangsamt hat, erreicht das Angebot von ungeförderten Arbeitsplätzen schon fast wieder das Vorkrisenniveau vom August 2008. Die vollständige Monatsbilanz gibt die Behörde an diesem Dienstag in Nürnberg bekannt.

„Die Betriebe signalisieren wieder deutlichen Einstellungsbedarf“, heißt es in der Mitteilung vom Montag. „Insbesondere die flexible Nachfrage durch die Zeitarbeit hat zu dieser schnellen Erholung beigetragen.“ Jede dritte neue Stelle komme derzeit von Personaldienstleistern. „In einigen Regionen sind die Arbeitsmärkte sogar schon leergefegt“, sagt ein Sprecher des Arbeitgeberverbands BZA. Waren Ingenieure und Fachkräfte auch während der Krise noch gefragt, seien jetzt im Großraum Regensburg, wo der Autohersteller BMW ein Werk betreibt, mittlerweile selbst Hilfsarbeiter kaum noch zu finden. Der BMW-Standort hatte vor knapp drei Jahren mit der Trennung von mehreren Tausend Zeitarbeitern ls einer der ersten auf die Absatzkrise der Automobilindustrie reagiert. In der Folge sank die Zahl der Zeitarbeiter in Deutschland zunächst rapide, hatte aber laut BZA-Berechnungen im vergangenen Juni den alten Höchststand von rund 830 000 Mitarbeitern wieder erreicht. Anzeichen für eine neuerliche Trendwende gibt es derzeit keine, sagte der Verbandssprecher. „Die Nachfrage ist ungebrochen hoch“. Während sich die Dienstleistungsbranchen auch in Krisenzeiten gut entwickelten, ziehe nun auch wieder die Nachfrage aus der exportorientierten Industrie an.

Michael Stahl, Chefvolkswirt der Arbeitgebervereinigung Gesamtmetall, bestätigte diese Entwicklung. „In der Metall- und Elektroindustrie stehen die Zeichen inzwischen auch wieder auf Beschäftigungsaufbau“, sagte er dieser Zeitung. Von April bis Juni haben die Unternehmen ihre Stammbelegschaften im Saldo um 6700 Beschäftigte aufgebaut. Dies zeige, dass im Aufschwung keinesfalls nur Zeitarbeitskräfte zusätzlich beschäftigt würden. Zudem haben die Unternehmen von Jahresbeginn bis Mai rund 250.000 Kurzarbeiter in Vollbeschäftigung gebracht.

Auch die Zahl der offenen Stellen in den Metall- und Elektroberufen steigt laut Stahl seit Februar 2010 wieder beständig, auf zuletzt mehr als 60000. Vor allem im Schienenfahrzeugbau, im Stahl- und Leichtmetallbau, in Teilen der Elektroindustrie sowie der Automobilindustrie entstünden neue Arbeitsplätze. „Deutlich schwieriger ist die Lage etwa noch im Schiffbau und in Vorleistungsbereichen“, sagte Stahl.

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