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Arbeitsmarkt Bruttoverdienste sinken erstmals seit 1949

03.03.2010 ·  Mehr Kurzarbeit, weniger Überstunden: das hat das Einkommen der Arbeitnehmer 2009 erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik gedrückt. Der durchschnittliche Bruttoverdienst sank um 0,4 Prozent auf 27.648 Euro.

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Die Zunahme der Kurzarbeit und der Abbau von Überstunden hat die Bruttoverdienste in Deutschland im vergangenen Jahr erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik sinken lassen.

Der durchschnittliche Bruttoverdienst sank im Jahr 2009 um 0,4 Prozent auf 27.648 Euro, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte.

Verantwortlich für den Rückgang seien hauptsächlich der Ausbau der Kurzarbeit und der Abbau von Überstunden in Folge der Wirtschaftskrise. Auch habe sich die neue Buchung der Beiträge zur privaten Krankenversicherung als Sozialbeitrag negativ ausgewirkt; seit Januar 2009 besteht für alle Bürger eine Krankenversicherungspflicht. Die Arbeitgeberzuschüsse zur privaten Krankenversicherung, die bisher den Bruttolöhnen zugerechnet wurden, werden jetzt als Arbeitgebersozialbeitrag klassifiziert. Doch auch ohne diese Neuklassifikation wären die durchschnittlichen Bruttoverdienste den Angaben zufolge gesunken, allerdings nur um 0,2 Prozent.

Kurzarbeit ließ Lohnstückkosten steigen

Den starken Ausbau der Kurzarbeit bekamen die Unternehmen auf der Kostenseite deutlich zu spüren. Statt Fachpersonal zu entlassen, nahmen sie einen Anstieg der Lohnstückkosten von 5,2 Prozent in Kauf - und damit das größte Plus seit 1992. Dieser Wert drückt aus, wie viel Lohn oder Gehalt für eine Produktions- oder Dienstleistungseinheit bezahlt werden muss.

Die Rezession hatte zu einem deutlichen Rückgang der Produktion geführt, während die Fixkosten gleichzeitig kaum sanken. Im Verarbeitenden Gewerbe kletterten die Lohnstückkosten sogar um mehr als 15 Prozent.

Stundenlöhne gestiegen

Im Gegensatz zu den Pro-Kopf-Verdiensten sind die Bruttoverdienste je Stunde insbesondere durch den Abbau von Guthaben auf Arbeitszeitkonten um 3,0 Prozent gestiegen: Die Arbeitnehmer erhielten 2009 das Entgelt für die Arbeit, die sie in den Vorjahren bereits erbracht haben, wie das Bundesamt mitteilte.

Besonders stark betroffen war das Verarbeitende Gewerbe, wie es in der Mitteilung heißt. Hier sanken die Pro-Kopf-Verdienste um 3,6 Prozent, während auf Stundenbasis ein Zuwachs von 4,4 Prozent zu beobachten war. Auch die Lohnstückkosten, die die Relation von Arbeitskosten und Wertschöpfung darstellen, stiegen in diesem Wirtschaftsbereich mit plus 15,3 Prozent besonders stark.

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