30.06.2010 · Dem Frühjahrsaufschwung und der Konjunktur sei Dank: Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Juni erneut gesunken. Bundesweit waren 3,15 Millionen Menschen auf Jobsuche - 257.000 Menschen weniger als vor einem Jahr.
Die gute Konjunktur drückt die Zahl der Arbeitslosen immer näher an die Marke von drei Millionen. Im Juni registrierte die Bundesagentur für Arbeit (BA) nur noch 3,153 Millionen Menschen ohne Job - so wenige wie seit Dezember 2008 nicht mehr. „Wir sind wieder auf dem Niveau vor der Krise“, sagte Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen am Mittwoch in Berlin.
BA-Chef Frank-Jürgen Weise hält es für möglich, dass die Erwerbslosenzahl bis Jahresende unter drei Millionen sinkt: „Die Chance ist da“. Es wäre das erste Mal seit Anfang der 90er Jahre. Damals überschritt die Arbeitslosenzahl in Deutschland erstmals die Drei-Millionen-Marke und ist seither nie mehr darunter gefallen (siehe Grafik rechts).
Die Bundesagentur zählte im Juni 257.000 weniger Erwerblose als vor einem Jahr und 88.000 weniger als im Mai. Das war jeweils der vierte Rückgang in Folge. In einem Juni wurden zuletzt 1992 so wenige Menschen ohne Job registriert. „Die gute Arbeitsmarktentwicklung der letzten Monate hat sich auch im Juni fortgesetzt“, sagte Weise.
Die Erwerbslosenquote sank von 7,7 auf 7,5 Prozent. Bereinigt um Saisoneinflüsse nahm die Erwerbslosigkeit um 21.000 im Vergleich zum Mai ab. Entlastend wirke nach wie vor die Kurzarbeit, hieß es. Zuletzt waren es 613.000 Kurzarbeiter - 2009 zeitweise mehr doppelt so viele.
Weil weniger Menschen als befürchtet arbeitslos geworden sind, entwickelte sich auch das Finanzergebnis der BA positiver als erwartet:
Geringeren Ausgaben standen leicht höhere Einnahmen gegenüber, so dass ein Verlust von 1,5 Milliarden Euro anfiel statt geplanter 4,13 Milliarden
Euro.
„Die Lage ist noch unsicher“
Von der Leyen warnt trotz der positiven Entwicklung vor übertriebenem Optimismus: „Der Arbeitsmarkt zeigt sich stabil, aber er ist noch nicht dynamisch“. Auch Weise dämpfte die Euphorie. „Die Lage ist besser als befürchtet, aber noch unsicher“, sagte der BA-Chef. Wirtschaftlich sei es in dem zu Ende gehenden zweiten Quartal gut gelaufen, doch liege ein Schatten über 2011.
Die meisten Institute rechnen im kommenden Jahr mit einem geringeren Wirtschaftswachstum, weil weltweit viele staatliche Konjunkturprogramme auslaufen. Das könnte die exportabhängige deutsche Industrie treffen. „Wir sind noch nicht über dem Berg“, sagte Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) etwa sagt für 2010 ein Plus von 1,9 Prozent voraus, für 2011 aber nur noch von 1,7 Prozent.
Auch Experten halten einen weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit nicht für einen Automatismus. „Das Produktionsniveau ist noch immer vergleichsweise niedrig“, sagte DekaBank-Experte Andreas Scheuerle. „Wir erwarten, dass wir die Drei-Millionen-Marke nicht nehmen werden. Die Zahl der Arbeitslosen wird sich in etwa auf diesem Niveau einpendeln.“
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.947,17 | −0,61% |
| EUR/USD | 1,3195 | −0,67% |
| Rohöl Brent Crude | 117,61 $ | −0,91% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |