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Anstieg der Insolvenzen Pleitewelle in Deutschland

08.09.2010 ·  Der Aufschwung ist da - die Pleiten steigen trotzdem weiter. Besonders viele private Schuldner mussten dieses Jahr bereits Insolvenz anmelden. Nächstes Jahr könnte es allerdings schon besser aussehen.

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In Deutschland gibt es mehr Insolvenzen als vergangenes Jahr - trotz des Aufschwungs. Im ersten Halbjahr 2010 registrierten die Amtsgerichte beinahe 53.900 Privatinsolvenzen. Das ist ein Plus von fast 12 Prozent. Außerdem gingen etwa 16.500 Unternehmen pleite (plus 2 Prozent). Diese Zahlen gab das Statistische Bundesamt am Mittwoch heraus.

Die Wirtschaftsauskünfte Creditreform und Bürgel erwarten für dieses Jahr einen leichten Anstieg der Firmenpleiten von insgesamt bis zu 36.000 Fällen. Das liegt weit unter der Rekordmarke von rund 40.000 aus dem Jahr 2003. Zu Beginn der Wirtschaftskrise galt diese Zahl noch als Horrorszenario für 2010.

Rechnet man die Privatinsolvenzen mit ein, dann beträgt die gesamte Steigerung 7,2 Prozent - das sind 84.502 Fälle. Die Forderungen der Gläubiger lagen dagegen mit 21,2 Milliarden Euro unter dem Wert des vergangenen Jahres. Da lagen die Schulden noch bei 24,4 Milliarden Euro.

Noch keine nachhaltige Erholung in Sicht

Die Insolvenzexperten fanden es nicht überraschend, dass die Konjunktur wieder anzieht, während der Höhepunkt der Pleiten gerade erst erreicht wird. Die Insolvenzen folgten der Konjunktur mit bis zu einem Jahr Verzögerung. Demnach wäre im kommenden Jahr mit einer Stagnation oder einer Abnahme der Firmenpleiten zu rechnen.

Der Insolvenzverwalterverband VID sieht aber noch keine Anzeichen einer nachhaltigen Erholung. „Auch wenn sich die Lage vor allem für Großunternehmen und die Automobilwirtschaft aufhellt: Für einen großen Teil bleibt die wirtschaftliche Situation sehr angespannt“, sagte Siegfried Beck, der VID-Vorsitzende. Vor allem kleinere und mittlere Unternehmen, insbesondere in Dienstleistung und Handel, stünden oft mit dem Rücken zur Wand.

Die Insolvenzverwalter übten Kritik an Plänen der Bundesregierung. Den Plänen zufolge sollen die Finanzämter während des gesamten Insolvenzverfahrens berechtigt sein, eigene Forderungen gegen die des insolventen Unternehmens aufzurechnen. Damit würde sich die Insolvenzmasse verringern und andere Gläubiger möglicherweise leer ausgehen, erklärte der VID-Chef. „Die Pläne der Bundesregierung bedeuten nichts anderes, als die Einführung des Fiskusprivilegs durch die Hintertür.“

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