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Ankurbelung der Konjunktur Obama will viel Geld in Infrastruktur stecken

 ·  Amerikas Präsident Obama hat in einer Rede seine Absicht bekräftigt, durch die Sanierung von Straßen, Brücken und Flughäfen die Wirtschaft anzukurbeln. Dadurch sollen vor allem Arbeitsplätze entstehen.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (12)
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Siegfried  Weber

abgedroschen und fehl am Platz

kurbel, kurbel...

Ärgerliche Einfallslosigkeit weisen die Medien auf, wenn es um die Einordnung staatlicher Ausgabenprogramme geht. Regelmäßig wird dabei die Konjunktur oder das Wachstum "angekurbelt".
Die Metapher stammt aus den frühen Tagen des Automobils. Damals wurden die ersten Zündungen im Motor mit einer Handkurbel herbeigeführt, damit dieser dann selber weiter läuft. Setzt voraus, dass der Motor funktionsfähig und Benzin im Tank ist. Sonst kurbelt man und kurbelt...

Die hier beschriebenen Investitionen in die Infrastruktur gleichen vom Bild her eher einer Überholung des Motors. Verschlissene Teile werden ausgewechselt, damit er wieder runder läuft. Die Produktionskosten werden durch Transportkostenersparnis gesenkt. Die Nachfrageeffekte sind eher sekundär.

Eine Anregung an die Autoren, die Objekte der Berichterstattung und die verwendeten Bilder zu hinterfragen und damit nicht nur genauere, sondern auch abwechslungsreichere Informationsvermittlung zu betreiben.

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Wolfgang Richter

Auswahl

Wenn man gezielt Projekte mit hohem volkswirtschaftlichem Nutzen, also hohem Multiplikator auswählen würde, könnte ein solches Programm sinnvoll und mittelfristig sogar rentabel sein.
Die bröckelnde Infrastruktur verursacht in den USA - wie bei uns - zunehmende volkswirtschaftliche Schäden.
Aber leider wird dieses Programm eher mit der Gießkanne vorwiegend sinnlose Projekte fördern, vergleichbar den Konjunktur- und Beschäftigungsprogrammen früherer SPD-Regierungen.
So wird nur Geld in einem Strohfeuer verbrannt, der Multiplikator bleibt deutlich unter 1 und die skandalöse Verschuldung der USA steigt noch weiter.

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Lothar Troeller

Obama moechte Geld ausgeben,

das er nicht hat; das er vor vier Jahren nicht einmal von seinen Parteigenossen bewilligt bekommen hat. Und Bush kann er auch nicht mehr beschuldigen. Jetzt muessen wir noch die naechsten 3 1/2 Jahre ueberstehen... es sei denn die Republikaner stellen wieder eine Nicht-Alternative auf, dann dauert es noch laenger. Es wird kalt in den USA.

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Rolf-Dirk Maehler

Auch amerikanische Präsidenten können Sozialisten sein und Herr Obama ist einer

Und bei Sozialistens geht das Geldausgeben immer locker von der Hand, weil man sich um die Einnahmen keine Gedanken macht. Man kann ja fast überall die Steuern willkürlich erhöhen. Und wenn man von Wirtschafts- und Finanzpolitik keine Ahnung hat, dann verschwendet man um die Auswirkungen eines solchen Unsinns auch keine Mühen. Nun hat aber die US-amerikanische Verfassung solchem Dilettantismus, Gott sei Dank, einige Beschränkungen auferlegt. Und auch in den USA wissen viele Wähler leider nicht was Wettbewerbsfähigkeit ist, was sie bewirkt und wie man sie stärkt. In keinem Fall geht das mit Ausgabensteigerung und Steuererhöhungen. Und davon zu träumen, dass man mit sogenannten "Reichensteuern" soziale Wohltaten finanzieren könne, ist eine dreiste Lüge und Volksverdummung, weil soziale Wohltaten immer von den Mittelschichten finanziert werden müssen, plus der notwendigen Administrationskosten. Man bekommt also weniger als einem genommen wird.

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Lieschen Müller

Wieso machen wir das nicht?

50% der Deutschen leben auf dem Land und die Straßen in den ländlichen Gebieten sind teilweise eine Katastrophe. Das Geld für Infrastruktur scheint in den größeren Städten oder Blamageprojekten hängen zu bleiben. Die Infrastruktur, d.h. Kanalisation und Straßenbau müssen auf dem neusten Stand sein, denn sie bilden die Basis für alles was andere, für Verschönerungen und größere Projekte. Da könnten wir auch einige Arbeitsplätze schaffen mit diesen Flächendeckenden Infrastrukturprojekten.

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Edda Kuhlmann

Viele der Milliarden aus dem ersten "Stimulus" Paket von 2009

die fuer Infrastruktur bereitstehen sind noch nicht abgerufen worden weil so "schaufelfertig" wie Obama es darstellt die Projekte dann doch nicht sind. Aber sich hinstellen und Reden schwingen ist immer noch einfacher, als einen Haushaltsplan aufzustellen oder, Gott behuete, mal ein bisschen Fuehrung zeigen und die tatsaechlichen Probleme des Landes angehen. Aber 2014 sind Wahlen fuer beide Kammern des Kongresses und so faengt der Oberwahlkaempfer eben schon mal an.

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Gordian Hense
Gordian Hense (arjello) - 30.03.2013 16:09 Uhr

Alte Mittel für alte Problem

Schade, ich habe mich in Obama getäuscht, oder besser in der Macht der stillen Regierung. Ihm, Obama, hätte ich nicht zugetraut, dass er auch auf die alten Methoden setzt, die alle seine Vorgänger in anderer Weise verwendet haben um die Wirtschaft anzukurbeln. Wirtschaft beleben durch Schulden machen mit Staatsausgaben. Die Bushs haben es über Kriege gemacht - Militärausgaben sind auch Ankurbelung der Wirtschaft. Das reicht zurück bis zum Hoover Dam und dem ersten Weltkrieg. Anstatt das Übel bei der Wurzel zu packen - die netto Kaufkraft ist einfach pro Kopf zu gering, die Leute müssen mehr verdienen - setzt man auf kurzfristige Erfolge. Die Schulden werden durch diese Ausgaben nur grösser, der Dollar schwächer und immer mehr int. Investoren wenden sich von den USA ab. Diese Spirale nach unten konnten sich die USA früher leisten, weil sie die grösste Industrienation waren. In Zukunft geht das aber nicht mehr ohne gravierende Folgen, da die Konkurrenz zu gross wird.

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Ulrich Paetzold
Ulrich Paetzold (UPae) - 30.03.2013 13:00 Uhr

Investieren und Geldausgeben ist nicht dasselbe

Investitionen (inkl. Erhaltungsinvestitionen) in notwendige Infrastruktur (Verkehr, Energie, Wasser, Telekommunikation) schaffen die Grundlage für wirtschaftliche Entwicklung, die wiederum zu mehr Beschäftigung und Wohlstand führt.

Das Unterlassen solch erforderlicher Investitionen mag auf den ersten Blick wie Sparen aussehen, führt aber letztlich zu erhöhtem Nachholbedarf (dh kostet mehr als die Erhaltung gekostet hätte) und verhindert gleichzeitig mögliche wirtschaftliche Entwicklung.
So wird Sparen am falschen Ort ganz schön teuer!

Das notwendige Sparen sollte nicht in erster Linie Investitionen treffen, sondern Verwaltungs- und andere nichtinvestive Ausgaben. Die Berichte nationaler Rechnungshöfe geben regelmäßig überzeugende Hinweise für solche Sparmöglichkeiten.

Vielleicht ist ja nicht alles, was BO vorschlägt, so schlecht, wie einige Mitdiskutierer meinen.

Auch D/ EU sollten erforderliche Investitionen trotz aller Sparzwänge konsequent in Angriff nehmen!

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Fabian Franke

Kein schlechter Ansatz, aber deutlich zuwenig

Präsident Obama liegt mit seiner Absicht schnell Mittel zum zügigen Ausbau der Infrastruktur bereitzustellen in meinen Augen richtig, da er die US-Wirtschaft unbedingt vor den japanischen Erfahrungen einer langen Deflation gepaart mit schwacher Binnennachfrage bewahren sollte. Leider sind die im Artikel genannten Summen absolut unzureichend (zweistelliger Milliardenbereich) um eine Volkswirtschaft mit einen BIP von über 15 Billionen USD wieder anzuschieben, besonders da diese Ausgaben noch von einer längeren Reihe von Sparpaketen konterkariert werden. Langfristig wird Obama hier sicherlich am Widerstand der Kongressrepublikaner scheitern, außerdem müssten die USA diese Staatsnachfrage aufjedenfall mit Reformen zur Stärkung der Exportfähigkeit begleiteten und darauf hoffen, dass große Nationen wie China, die EU etc. selber Maßnahmen ergreifen, um ihre taumelnden Volkswirtschaften wieder zu stärken. Besonders eine Aufwertung des Renminbi wäre für die Amerikaner von großem Vorteil.

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Peter Giessinger

Strategiewechsel?

Kommt jetzt, nach Jahrzehnten des Top-Down-Feedings (sprich quantitative easing), was sich nur positiv auf den Finanzmarkt und die großen Vermögen ausgewirkt hat das Bottom-Up-Feeding? Soll jetzt das Geld tatsächlich in die Realwirtschaft fließen? Um die fehlgelenkten Milliarden US$ im Finanzmarkt zu kompensieren, müssen schon verdammt viele Highways und Brücken gebaut werden. Ich vermute, dass es nur ein Tropfen auf dem heißen Stein bleiben wird...

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Torsten Klier

das "viel Geld in Infrastruktur stecken" nennt man auch das "Japan-Modell"

Ins Leben gerufen wurde es vor 20 Jahren.
Und es war außerordentlich erfolgreich. Jeder Japaner hat nun seine Brücke.
Nur einen kleinen Nachteil hat dieses Modell:
Die Gesamtwirtschaftliche Leistungskraft geht nach unten. Komplementär aufwärts geht es mit der Staatsverschuldung.

Hat der Genosse Obama schon gesagt, mit welchem Geld er seinen Unfug finanzieren will?
Die USA sind verschuldet mit 16,5 Billionen. Auch ohne die neuen Infrastrukturpläne steigen die Schulden jährlich um ca. 1,4 Billionen.
Verstehe. Das Arbeitsbeschaffungsprogramm wird finanziert von der Lohnsteuer, die die Angestellten dieser Beschäftigungsmaßnahme zahlen. Das fiskalische perpetuum mobile sozusagen.
Dessen Unmöglichkeit wurde schon x-fach von Theorie und Praxis nachgewiesen. Aber das heißt ja nicht, dass man es nicht noch mal versuchen sollte.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 30.03.2013 12:14 Uhr
Dietmar Fleischhauer

Das ist schon viel älter und heißt

"Autobahn-Modell".

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29.03.2013, 20:42 Uhr

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