14.04.2009 · Der amerikanische Präsident Barack Obama sieht erstmals gewisse positive Vorzeichen für die Wirtschaft in den Vereinigten Staaten. Zwar sei das Land noch nicht aus dem Gröbsten heraus, es gebe aber zum allerersten Mal einen Hoffnungsschimmer, sagte er in einer Rede am Dienstag.
Der amerikanische Präsident Barack Obama sieht erstmals einen gewissen Hoffnungsschimmer für die Wirtschaft in den Vereinigten Staaten. Zwar seien die Zeiten zweifellos hart und das Land sei überhaupt noch nicht aus dem Gröbsten heraus, doch sei vom jetzigen Betrachtungspunkt aus zum allerersten Mal ein Hoffnungsschimmer zu erkennen, sagte Obama am Dienstag während einer Rede in der Georgetown University.
Hoffnungszeichen sind für den Präsidenten demnach nicht umgesetzte Kündigungen von Schulpersonal und Polizisten, der Aufschwung bei „grünen Jobs“ und der Anstieg der Hypothekenfinanzierungen. Das seien willkommene und ermutigende Zeichen, sie bedeuteten aber nicht, dass Amerika schon über den Berg sei.
So dürften 2009 weitere Jobs verloren gehen und weitere Hypothekenfinanzierungen scheitern. Auch laufe die Kreditvergabe bei weitem nicht so wie sie sollte, sagte der Präsident. Die Restrukturierungen des Versicherungskonzerns AIG und der Autohersteller werden laut Obama schwierige und manchmal unpopuläre Maßnahmen erfordern. Alles in allem werde seine Administration Tag für Tag „unbeugsam“ an allen Fronten für eine wirtschaftliche Erholung kämpfen.
Auch Bernanke machte Mut
Auch der Chef der amerikanischen Notenbank (Fed) Ben Bernanke sieht erste Hoffnungsschimmer inmitten der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten. In jüngster Zeit habe es „vorläufige Anzeichen“ gegeben, dass sich der heftige Abschwung verlangsame, sagte Bernanke in einer Rede am Dienstag.
Wenn sich die Lage beruhige, sei dies der erste Schritt auf dem Weg zur Erholung. Allerdings werde es keinen nachhaltigen Aufschwung geben, solange sich das Finanzsystem und die Kreditmärkte nicht stabilisierten.
Dass sich der Konjunkturabsturz verlangsame, habe sich unter anderem bei jüngsten Daten zum Häusermarkt und bei den Verbraucherausgaben gezeigt, sagte Bernanke. „Ich bin fundamental optimistisch mit Blick auf unsere Wirtschaft“, sagte der Notenbankchef. Die gegenwärtige Krise sei eine der schwierigsten wirtschaftlichen Episoden der jüngeren Geschichte. „Aber die Grundlagen unserer Wirtschaft sind robust, und es gibt keine Probleme, die wir nicht mit Einsicht, Geduld und Beharrlichkeit überwinden können“, sagte der Währungshüter.
Bernanke: Notenbank wird alles Notwendige tun
Außerdem bekräftigte der Fed-Chairman, dass die amerikanische Notenbank alle notwendigen Schritte einleiten werde, um die Finanzmärkte zu stützen. Die Fed hatte zuletzt - angesichts eines Leitzinses nahe null - den Kauf von amerikanischen Staatsanleihen sowie eine Ausweitung der bestehenden Kaufprogramme für hypothekarisch besicherte Wertpapiere angekündigt. Diese expansiven Maßnahmen können Bernanke zufolge aber schnell wieder rückgängig gemacht werden.
Die Fed nehme ihr Mandat zur Gewährleistung von Preisstabilität sehr ernst, erklärte der Fed Chairman diesbezüglich. Die meisten Fed-Offiziellen seien dabei für eine langfristige Inflation von 2 Prozent. Für die nächste Zeit sei angesichts der Wirtschaftsschwäche auf der ganzen Welt mit einer ziemlich niedrigen Inflation zu rechnen, sagte Bernanke.
Große Hoffnungen auf das Konjunkturpaket
Wie das Wirtschaftsministerium in Washington am Dienstag mitteilte, sind die Umsätze im Einzelhandel allerdings im März um 1,1 Prozent gefallen. Bankvolkswirte hatten aufgrund der Impulse des Konjunkturprogramms und wegen der niedrigen Benzinpreise mit einem Plus von 0,3 Prozent gerechnet. Sowohl die Autoverkäufe als auch der Umsatz mit Elektro- und Haushaltsgeräten sei deutlich gesunken, berichtete das Ministerium.
Präsident Obama und seine Regierung setzen gleichwohl große Hoffnungen auf das Konjunkturpaket, insbesondere auf die Milliardeninvestitionen zur Modernisierung und Reparatur der amerikanischen Infrastruktur. Bankvolkswirte befürchten, dass die amerikanische Wirtschaft im ersten Quartal dieses Jahres mit einer Jahresrate von 5 Prozent geschrumpft sein könnte.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.397,51 | +1,51% |
| Dow Jones | 12.567,00 | +0,90% |
| EUR/USD | 1,2543 | +0,01% |
| Rohöl Brent Crude | 107,69 $ | +0,40% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
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