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Amerikas Konjunktur Federal Reserve gibt kein Ausstiegsignal

Die amerikanische Notenbank Federal Reserve hält an ihrer expansiven Geldpolitik fest. Sie betont Wachstumsrisiken und die Gefahren einer dauerhaft niedrigen Inflation. Doch im zweiten Quartal ist die Wirtschaft beschleunigt um 1,7 Prozent gewachsen.

© F.A.Z. BIP-Veränderung zum Vorjahr und Vorquartal

Die amerikanische Notenbank Federal Reserve hat ihren geldpolitischen Kurs bestätigt, zugleich aber stärker auf Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung verwiesen. Hinweise auf eine schrittweise Rücknahme der quantitativen Lockerung vom Herbst an, die der Fed-Vorsitzende Ben Bernanke angedeutet hatte, gab der Offenmarktauschuss an diesem Mittwoch nicht. Manche Volkswirte erwarten eine erste Kürzung der Anleihekäufe für September, andere erst im Dezember.

Patrick Welter Folgen:

Zuvor hatte das Wirtschaftsministerium mitgeteilt, dass das Wachstum in den Vereinigten Staaten sich im zweiten Quartal des Jahres überraschend beschleunigt hatte, wenn auch auf niedrigem Niveau. Gemäß der ersten Schätzung wuchs die Wirtschaft im Zeitraum von April bis Juni real um 1,7 Prozent, nach einem Zuwachs von revidiert 1,1 Prozent im ersten Quartal.

Fed betont Risiken niedriger Inflation

Die Fed schreibt in ihrer Erklärung nur noch von bescheidenem Wachstum, nachdem sie noch im Juni moderates Wachstum gesehen hatte. Der Ausschuss betonte, dass die Hypothekenzinsen ein wenig gestiegen seien, was manche Ökonomen als Risiko für die Erholung am Hausmarkt sehen. Zugleich hob die Notenbank hervor, dass eine Inflationsrate, die dauerhaft unter dem mittelfristigen Inflationsziel von 2 Prozent verharre, Risiken für die wirtschaftliche Leistung darstelle. Damit demonstriert die Fed den Akteuren an den Finanzmärkten, dass sie auf dem Auge der niedrigen Inflation nicht blind ist. Die Erwartung des Offenmarktausschusses ist aber unverändert, dass die Inflationsrate mittelfristig wieder steigen werde. Im zweiten Quartal lag die Inflation gemessen am Kernindex der persönlichen Konsumausgaben bei 1,2 Prozent, nach 1,5 Prozent am Jahresbeginn.

Die Fed erklärte, in Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Entwicklung weiter am Kauf von Staats-und Hypothekenanleihen für 85 Milliarden Dollar im Monat festzuhalten. Sie bekräftigte abermals, dass sie den Zinssatz auch dann für beträchtliche Zeit niedrig halten wolle, wenn das Anleihekaufprogramm in der Zukunft beendet sei und die Wirtschaft sich kräftige.

Mit den neuen Wachstumsdaten dreht sich die bisher vermutete Konjunkturentwicklung seit dem Winter komplett um. Volkswirte hatten für das zweite Quartal nur einen Zuwachs von etwa 1 Prozent erwartet, nach einem zuvor gemeldeten Plus von 1,8 Prozent im ersten Quartal. Nun hat das Wachstum sich vom ersten auf das zweite Quartal beschleunigt. Die Daten weisen so darauf hin, dass die Wirtschaft eine Konjunkturdelle im Winter trotz der Ausgabenkürzungen der Regierung hinter sich gelassen hat. Zu der besseren Konjunktureinschätzung trug bei, dass in einer umfassenden Revision der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen das Wachstum im vergangenen Jahr auf 2,8 statt bisher genannter 2,2 Prozent heraufgesetzt wurde.

Belebung im zweiten Halbjahr erwartet

Allgemein wird erwartet, dass die Konjunktur sich in der zweiten Jahreshälfte beleben werde. Die entscheidende Frage ist, wie stark die Erholung ausfallen wird. Die Ökonomen von Goldman Sachs etwa bezweifeln, dass die Wachstumsprognose der Fed für das Gesamtjahr von 2,3 bis 2,6 Prozent noch zu halten sein werde, nachdem die Wirtschaft im ersten Halbjahr gerade mal um 1,4 Prozent gewachsen war.

Das Wachstum im zweiten Quartal stützte sich auf den Konsum und die Investitionen. Der Konsumzuwachs ging zwar von 2,3 auf 1,8 Prozent zurück. Volkswirte halten den privaten Verbrauch aber für überraschend robust, waren am Jahresbeginn doch die Rentenversicherungsbeiträge um 2 Prozentpunkte heraufgesetzt worden. Der Export legte um 5,4 Prozent zu, doch dämpfte ein noch stärkeres Importplus rechnerisch das Wachstum. Die Wachstumsangaben sind auf ein Jahr hochgerechnet.

Nach europäischem Standard, der auf diese Annualisierung verzichtet, wuchs das reale Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal um 0,3 und im zweiten Quartal um 0,4 Prozent. Im  Euroraum war die Wirtschaft im ersten Quartal um 0,2 Prozent geschrumpft.

Quelle: F.A.Z.

 
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