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Amerikanische Wirtschaft Bernanke fordert neue Konjunkturspritze

21.10.2008 ·  Fed-Chef Ben Bernanke hat sich erstmals offiziell für ein weiteres Konjunkturpaket für die amerikanische Wirtschaft ausgesprochen. Die Demokraten fordern schon länger eine weitere Spritze für die lahmende Konjunktur. Präsident Bush lehnte das bislang ab - scheint nun aber seine Meinung zu ändern.

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Der amerikanische Notenbankchef Ben Bernanke sieht die Gefahr eines langwierigen Wirtschaftsabschwungs und befürwortet deshalb ein weiteres Konjunkturprogramm für die Vereinigten Staaten. „Wir erleben einen ernsthaften Abschwung“, sagte Bernanke am Montag vor dem Haushaltsausschuss des amerikanischen Repräsentantenhauses. Ob man dies Rezession nenne oder nicht, sei „ohne Konsequenz“, erwiderte der Fed-Chef auf die entsprechende Frage einer Abgeordneten. Der Kongress hatte Anfang des Jahres ein erstes Konjunkturprogramm mit einem Gesamtvolumen von 168 Milliarden Dollar (125 Milliarden Euro) verabschiedet, das vor allem Steuergeschenke beinhaltete.

Bernanke erklärte: „Da die Wirtschaft wahrscheinlich über mehrere Quartale hinweg schwach bleibt und angesichts eines gewissen Risikos eines ausgedehnten Abschwungs, scheint es angemessen, dass der Kongress ein Konjunkturpaket erwägt.“

Ein derartiges Konjunkturprogramm wird von den oppositionellen Demokraten gefordert, während die Republikaner von Präsident George W. Bush dieser Idee bislang kühl gegenüberstanden. Nach Bernankes Rede hieß es allerdings, der amerikanische Präsident sei nun doch offen für die Idee eines weiteren Konjunkturprogramms, sagte eine Sprecherin des Weißen Hauses am Montag. Wie dies im Detail aussehen könne, sei aber noch offen. Es sei zunächst Sache des von den Demokraten dominierten Kongresses, akzeptable Vorschläge zu machen.

Die demokratische Präsidentin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, hat erklärt, das Konjunkturprogramm könne bis zu 150 Milliarden Dollar umfassen. Volkswirtschaftler haben führenden Demokraten sogar erklärt, das Paket solle doppelt so groß werden.

Euro unter Druck

Nach Bernankes Äußerungen geriet der Euro noch stärker unter Druck und rutschte an die Marke von 1,33 Dollar. Am Morgen hatte die Gemeinschaftswährung noch 1,35 Dollar gekostet, am späten Nachmittag europäischer Zeit nur noch 1,3311 Dollar.

Eine Erholung der Konjunktur werde in einem großen Maß davon abhängen, wie schnell die Finanz- und Kreditmärkte wieder zu einer normalen Funktionsweise zurückkehrten, sagte Bernanke. Er zeigte sich aber zuversichtlich, dass das unlängst verabschiedete Rettungspaket der amerikanischen Regierung für die Bankenbranche und die zahlreichen anderen Maßnahmen im Kampf gegen die Finanzkrise Wirkung zeigen werden. Alle Schritte zusammengenommen würden helfen, „das Vertrauen in unser Finanzsystem wiederherzustellen und zu einer Normalisierung des Kreditflusses an Haushalte und Firmen beizutragen“, sagte er.

Der Fed-Chef äußerte zudem die Erwartung, dass der Inflationsdruck angesichts fallender Preise für Öl und andere Rohstoffe sinke. Zusammen mit anderen Faktoren werde dies dazu beitragen, dass sich mit der Zeit wieder „solide Zuwächse bei Beschäftigung wie auch Wirtschaftsaktivität einstellen“, betonte Bernanke.

Amerikanisches Konjunkturbarometer steigt wieder

Unterdessen stieg das amerikanische Konjunkturbarometer im September erstmals seit fünf Monaten wieder. Der Index, der auf zehn wichtigen Wirtschaftsdaten beruht, stieg im September um 0,3 Prozent, teilte das Conference Board, ein Institut der Privatwirtschaft, am Dienstag mit. Noch im August war der Index um 0,5 Prozent gefallen.

Das Institut führt die positive Entwicklung auf ein gestiegenes Geldangebot sowie Verbrauchererwartungen zur Entwicklung der Zinsen zurück. Zuvor sei der Index seit März um 1,3 Prozent abgesackt, berichtet das Institut. Der Index soll einen Hinweis auf die Entwicklung in den kommenden drei bis sechs Monaten geben.

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Von Holger Steltzner

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