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Abschluss der Wirtschaftskonferenz China hält die Weltlage für extrem düster

14.12.2011 ·  Dem eigenen Land verspricht die chinesische Führung stabiles Wachstum, die internationale Entwicklung aber sei „extrem düster und kompliziert“. Die Börsen schließen auf Mehrjahrestief.

Von Christian Geinitz, Peking
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© AFP Die Geldpolitik bleibe „vorsichtig“, der Wechselkurs  werde „grundlegend stabil“ gehalten

Die chinesische Führung sieht die Aussichten für die Weltwirtschaft in einem trüben Licht, verspricht dem eigenen Land aber weiterhin ein stabiles Wachstum. Die internationale Entwicklung sei „extrem düster und kompliziert“, heißt es in Dokumenten zum Abschluss der Zentralen Wirtschaftskonferenz, aus dem die amtliche Agentur Xinhua am Mittwoch zitierte. China werde alles daransetzen, 2012 ein „stabiles und relativ schnelles Wirtschaftswachstum“ zu erzielen.

Das jährliche Treffen der Partei- und Regierungsvertreter des Zentralstaats und der Provinzen, an dem auch Vertreter von Staatsunternehmen und Militär teilnehmen, ist Chinas wichtigste Zusammenkunft zur wirtschaftspolitischen Weichenstellung. Die Konferenzteilnehmer waren sich einig, dass es die Hauptaufgabe des kommenden Jahres sein werde, unterschiedliche und teils widersprüchliche Ziele in Einklang zu bringen. Dazu zählen sie neben dem Wachstumsanspruch des Landes auch „stabile Verbraucherpreise und soziale Stabilität“. Die Geldpolitik bleibe daher „vorsichtig“, die Fiskalpolitik „pro-aktiv“. Der Wechselkurs des Renminbi, den Wettbewerber auf den Weltmärkten unterbewertet nennen, werde „grundlegend stabil“ gehalten.

In der schwierigen Lage auch Chancen

Chinas gegenwärtiges Dilemma wird offen benannt: Das abkühlende Wachstum und die anhaltende Teuerung erzeugten Druck. Doch für die Auflegung eines Konjunkturprogramms oder eine Lockerung der Geldpolitik ist es nach Ansicht von Analysten noch zu früh, da die Inflation noch nicht ausreichend gebändigt sei. Der Ausweg könnte in einer vorsichtigen Versorgung der Wirtschaft mit mehr Liquidität bestehen. „Wir werden die Geldpolitik in einer angemessenen und rechtzeitigen Weise so fein justieren, wie es der wirtschaftlichen Situation entspricht“, heißt es. In einem Vorgriff auf diesen Weg hatte die Zentralbank kürzlich die Mindestreserveanforderungen der Banken zum ersten Mal seit langem wieder gesenkt, so dass sie mehr Darlehen ausgeben können.

„China muss das Wirtschaftswachstum stabilisieren, um einem scharfen Sturz vorzubeugen“, zitierte Xinhua den Ökonomen Zhu Baoliang von einer staatlichen Denkfabrik. „Sonst könnten die Beschäftigung gedämpft werden und soziale Probleme entstehen.“ Die Wirtschaftskonferenz sieht in der schwierigen Lage aber auch Chancen. So könne eine bessere „strategische Planung“ Chinas „Stärke und globale Kompetenz“ erhöhen. Die Zeiten erforderten, dass das Land seine Wirtschaft schneller modernisiere und die Reformen vertiefe.

Schwächster Wert seit zehn Jahren

Die Volksrepublik will ihr Wachstum künftig weniger auf Anlageninvestitionen und den Export stützen als auf den Binnenkonsum, auf höherwertige Industrien und Dienstleistungen. Das Wachstum des Exports hatte sich zuletzt auf 13,6 Prozent abgekühlt. Zu Jahresbeginn waren es 37,7 Prozent. Das Wirtschaftswachstum dürfte von 10,4 Prozent im Vorjahr auf 9,2 in diesem und 8,9 Prozent im kommenden Jahr sinken - das wäre der schwächste Wert seit zehn Jahren.

Trotz des gebremsten Preisauftriebs in den vergangenen Monaten betrug die Inflation von Januar bis November 5,5 Prozent. Das ist weit mehr als das Jahresziel der Regierung von 4 Prozent. Chinas Börsenindex Shanghai Composite hat seit seinem Jahreshöchststand Mitte April rund 27 Prozent verloren. Wohl aus Enttäuschung über eine nicht deutlichere Wachstumspolitik der Wirtschaftskonferenz fielen die Kurse am Mittwoch weiter auf den niedrigsten Stand seit 33 Monaten.

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Jahrgang 1968, Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Peking.

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