Home
http://www.faz.net/-gqf-742qr
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Absatzkrise Autoexport geht zurück

Jetzt schlägt sich die Auto-Absatzflaute in Europa auch in Deutschland nieder: Export und Inlandsproduktion sind abermals gesunken. Gleichzeitig kommen schlechte Zahlen aus Frankreich.

© dpa Vergrößern Schlechtes Zeichen: Die Exportzahlen verheißen nichts Gutes

Die andauernde Absatzflaute auf dem europäischen Automarkt hinterlässt zunehmend auch Bremsspuren im Geschäft der deutschen Autoindustrie. So sind Export und Inlandsproduktion der deutschen Hersteller wie Volkswagen, Daimler und BMW im Oktober abermals geschrumpft - allerdings hat sich das Abwärtstempo gegenüber dem Vormonat leicht verlangsamt.

Der Export schrumpfte wegen der Schwäche der Nachfrage in Westeuropa im Oktober um 7 Prozent auf 337.000 Einheiten. Die Inlandsproduktion ging im selben Zeitraum um 6 Prozent auf 446.000 Einheiten zurück. Für die gesamten ersten zehn Monate des Jahres liegt das Minus bei 2 Prozent beziehungsweise 3 Prozent. Auf dem Heimatmarkt Deutschland hat sich die Lage zuletzt sogar etwas verbessert: Die Zahl der Neuzulassungen stieg hierzulande im Oktober um 1 Prozent auf 260.000.

Mehr als 2,6 Millionen Autos neu zugelassen

Seit Jahresbeginn wurden in Deutschland mehr als 2,6 Millionen Autos neu zugelassen; das entspricht einem Rückgang von knapp 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei lag der Marktanteil der deutschen Hersteller im Oktober bei 72 Prozent.

„So sehr wir uns über das leichte Plus im Oktober freuen - wir sollten das nicht überbewerten. Vor allem die privaten Kunden sind aufgrund der anhaltenden Schuldenkrise in Europa weiterhin verunsichert“, sagte Matthias Wissmann, Präsident des Branchenverbands VDA. Auch wenn sich die allgemeine Konsumstimmung auf hohem Niveau bewege: Der Neuwagenkauf sei für die Verbraucher eine der wichtigsten Konsumentscheidungen. Hier spielten Erwartungen eine wesentliche Rolle, erläuterte Wissmann.

Mehr zum Thema

Derweil verkneifen sich immer mehr Franzosen vwegen der Wirtschaftsflaute in dem Land den Kauf eines neuen Autos. Im Oktober ging die Zahl der dort neu zugelassenen Autos den zwölften Monat in Folge zurück. Nach Angaben des Industrieverbandes CCFA waren es genau 162.411 Fahrzeuge, 7,8 Prozent weniger als im Oktober des Vorjahres. Im Neunmonatsvergleich betrug das Minus sogar bei 13,3 Prozent.

Besonders betroffen war der heimische Hersteller Renault, der im Oktober einen Rückgang von 26,4 Prozent verzeichnete. Bei Peugeot Citroen betrug das Minus 5,0 Prozent. Wegen der Absatzschwäche in Frankreich, aber auch in Europa insgesamt, sind die Autohersteller bestrebt, Kapazitäten abzubauen und Kosten zu senken.

So plant Peugeot die Schließung eines Werks bei Paris und den Abbau von mehr als 10.000 Arbeitsplätzen. Mittlerweile ist auch im Gespräch, dass der Automobilhersteller mit dem ebenfalls unter wankenden Absätzen leidenden Hersteller Opel enger kooperieren könnte.

Quelle: cru./F.A.Z./FAZ.NET/Reuters

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Kursverfall Wenn der Rubel nicht mehr rollt

Die Wirtschaftskrise in Russland macht deutschen Unternehmen quer durch alle Branchen zu schaffen. Ob Volkswagen, Metro oder der Maschinenbau: Sie alle verzeichnen deutliche Einbußen. Mehr

18.12.2014, 07:41 Uhr | Wirtschaft
Frankreich droht zum kranken Mann Europas zu werden

Die "Grande Nation" kränkelt schon seit Jahren - und eine Genesung liegt wohl in weiter Ferne. Dieses Jahr wächst der Schuldenstand auf 94 Prozent gemessen an der Wirtschaftsleistung. Und auch die Neuverschuldung steigt weiter. Mehr

15.10.2014, 12:10 Uhr | Wirtschaft
Daimler China wird weltgrößter Markt für den Smart

Schon heute ist China der zweitgrößte Markt für den Smart. Doch durch rasantes Wachstum sollen im Reich der Mitte bald mehr Smarts verkauft werden als irgendwo sonst. Auch Car-Sharing ist in China ein Thema. Mehr

14.12.2014, 13:36 Uhr | Wirtschaft
Das Geschäft mit dem Haar aus China

In der chinesischen Provinz Anhui dreht sich alles ums Haar: Hunderte Firmen machen hier Geschäfte mit Menschenhaaren, zum Beispiel mit Perücken. Die Exporte gehen vor allem nach Europa und Afrika. Mehr

15.08.2014, 16:58 Uhr | Wirtschaft
Konjunktur Weniger Aufträge für Japans Maschinenbau

Die Zahl der Aufträge im japanischen Maschinenbau ist im Oktober zum ersten Mal seit 5 Monaten deutlich gesunken. Für die Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe sind das im Wahlkampf schlechte Nachrichten. Mehr Von Carsten Germis, Tokio

11.12.2014, 06:54 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 02.11.2012, 13:32 Uhr

Haudraufundschluss

Von Jan Grossarth

In einem Tierstall, der für Wiesenhof arbeitet werden Enten mit Mistgabeln erschlagen. Es sind Ausnahmen mit System. Die Massentierhaltung soll trotzdem nicht verboten werden. Mehr 15


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Lehrer und Schüler sind zufrieden mit der Computerausstattung an Schulen

Lehrer und Schüler sind eigentlich zufrieden mit ihrer Internet- und Computer. Doch welche Gruppe ist kritischer mit der Ausstattung? Mehr 1

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden