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3,3 Prozent Jahresinflation im Juni Stärkster Preisanstieg seit Dezember 1993

27.06.2008 ·  Die Verbraucherpreise sind im Juni so stark gestiegen wie seit fast 15 Jahren nicht mehr. Die Jahresinflation erreichte 3,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag auf Grundlage von Zahlen aus sechs Bundesländern mitteilte.

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Keine Entspannung an der Preisfront in Deutschland: Die Jahresinflation erreichte mit 3,3 Prozent im Juni den höchsten Wert seit fast 15 Jahren, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. In diesem Jahr riss die Teuerung zum dritten Mal nach März (3,1 Prozent) und Mai (3,0) die Drei- Prozent-Marke. Preistreiber sind nach wie vor vor allem Heizöl und Kraftstoffe. Auch die Preise für Lebensmittel zogen weiter an. Von Mai auf Juni erhöhten sich die Verbraucherpreise um 0,3 Prozent.

Wie die Statistiker anhand der Daten aus sechs Bundesländern errechnete, verteuerte sich Heizöl im Vergleich zum Mai 2008 um 3,0 bis 7,2 Prozent und lag damit um 57,3 bis 69,3 Prozent über dem Vorjahresstand. Auch die Kraftstoffpreise stiegen binnen Monatsfrist nochmals um 1,8 bis 3,2 Prozent und überstiegen den Vorjahreswert um 14,3 bis 16,4 Prozent. Besonders kräftig war der Preisanstieg bei Diesel, das bis zu einem Drittel mehr kostete als ein Jahr zuvor.

Deutlich über der Warnschwelle

Die Nahrungsmittelpreise blieben im Monatsvergleich mit minus 0,2 bis plus 0,7 Prozent zwar fast stabil, gegenüber dem Vorjahr mussten Verbraucher aber 7,0 bis 8,8 Prozent mehr dafür ausgeben. Das Statistische Bundesamt will die endgültigen Ergebnisse für Juni am 16. Juli veröffentlichen.

Erst am Donnerstag hatte das Statistische Bundesamt über den höchsten Anstieg der Einfuhrpreise seit fast acht Jahren berichtet. Importe verteuerten sich demnach im Mai gegenüber dem Vorjahresmonat um 7,9 Prozent. Ohne Rohöl und Mineralölprodukte wären die Importpreise nach Angaben der Statistiker nur um 2 Prozent gestiegen.

Die Inflation in Deutschland verharrt nach den neuesten Daten weiterhin deutlich über der Warnschwelle der Europäischen Zentralbank (EZB): Die Notenbank sieht Preisstabilität bei Jahresraten knapp unter zwei Prozent gewahrt. Um die hohe Inflation im Euro-Raum in den Griff zu bekommen, hatte die EZB nach Monaten des Abwartens erstmals vor gut zwei Wochen begonnen, die Möglichkeit einer Leitzinsanhebung deutlicher zu signalisieren.

Präsident Jean-Claude Trichet erklärte, er wolle im Kampf gegen die Inflation eine Erhöhung um einen kleinen Betrag bei der nächsten Sitzung des EZB-Rates nicht ausschließen. Angesichts der wirtschaftlichen Herausforderungen komme es entscheidend darauf an, den Preisauftrieb unter Kontrolle zu halten, betonte Trichet. Die mit Spannung erwartete Sitzung des Zentralbankrates findet am kommenden Donnerstag statt.

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