Home
http://www.faz.net/-gqf-zs0q
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

3,3 Prozent im Vorjahresvergleich Inflationsrate so hoch wie seit 15 Jahren nicht mehr

 ·  Das Leben ist im Juni für die deutschen Verbraucher im Schnitt 3,3 Prozent teurer gewesen als noch ein Jahr zuvor. Gegenüber Mai stiegen die Preise um 0,3 Prozent. Getrieben wurden die Inflation weiterhin von der teurer werdenden Energie und den Nahrungsmitteln.

Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (2)

Die explodierenden Energie- und Lebensmittelpreise haben im Juni die Inflation in Deutschland auf den höchsten Stand seit 15 Jahren getrieben. Die jährliche Teuerungsrate betrug 3,3 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit und bestätigte eine erste Schätzung. Damit stand bei der Inflationsrate in diesem Jahr schon zum dritten Mal nach März (3,1 Prozent) und Mai (3,0) eine Drei vor dem Komma. Von Mai auf Juni stiegen die Verbraucherpreise um 0,3 Prozent. Zuletzt hatte die Teuerung im Dezember 1993 mit 4,2 Prozent höher gelegen. Preistreiber waren im Juni vor allem Energie und Sprit: Heizöl verteuerte sich binnen Jahresfrist um 62 Prozent, Diesel um 30 Prozent.

Mehr als die Hälfte des gesamten Preisauftriebs wurde von Energie und Nahrungsmitteln verursacht, die etwa 20 Prozent der Ausgaben privater Haushalte ausmachen. Ohne Energie (Strom, Gas und Sprit) hätte die Teuerungsrate laut Statistik 1,9 Prozent betragen.

Rekordinflation im Euroraum

Auch im Raum der 15 Euro-Länder haben Preissteigerungen bei Sprit, Heizöl und Nahrungsmittel im Juni die Preise auf Rekordniveau angeheizt. Mit 4,0 Prozent lag die Jahresinflationsrate nach Angaben der Europäischen Statistikbehörde Eurostat so hoch wie seit der Euro- Einführung 1999 nicht.

Der starke Preisauftrieb könnte die Europäische Zentralbank unter Zugzwang bringen. Die Notenbank sieht Preisstabilität bei Raten knapp unter zwei Prozent gewahrt. Im Kampf gegen die Rekordinflation hatte die EZB Anfang Juli die Zinsen von 4,0 auf 4,25 Prozent erhöht. Weitere Zinsanhebungen signalisierten die Notenbanker bislang nicht - zumal sich die Konjunktur wegen des hohen Ölpreises, den Folgen der Finanzkrise und der weltweiten Konjunkturabschwächung bereits abkühlt. Höhere Zinsen verteuern Kredite und können daher das Wirtschaftswachstum dämpfen.

Vor allem Energie und Lebensmittel teurer

Die Verbraucher mussten im Juni im Jahresvergleich vor allem für Energie tiefer in die Tasche greifen: Heizöl wurde um 61,9 Prozent teurer und Kraftstoffe um 15 Prozent, darunter Diesel um 30 Prozent. Auch Strom und Gas verteuerten sich kräftig (um 7,2 beziehungsweise 5,3 Prozent).
Für Lebensmittel mussten Verbraucher 7,6 Prozent mehr ausgeben. Vor allem bei Milch und Eiern gab es Preissprünge (plus 18,9 Prozent). Für Quark mussten Verbraucher 31 Prozent mehr zahlen, für Margarine 23,3 Prozent mehr. Auch die Preise für Brot, Brötchen und Nudeln stiegen deutlich um 9,1 Prozent. Zum Sommer wurde Speiseeis mit 8,1 Prozent Plus ebenfalls überdurchschnittlich teurer.

Günstiger zu haben als vor einem Jahr waren langlebige Gebrauchsgüter (minus 0,7 Prozent), vor allem Computer (minus 16,4 Prozent) und Notebooks (minus 27,6 Prozent). Nur wenig teurer wurden Kleider und Schuhe (plus 0,2 Prozent). Laut Statistik dämpften die Mieten, die unterdurchschnittlich stiegen, ebenfalls den Preisauftrieb.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Geld her!

Von Rainer Hank

Wir wollen nur das eine, sagt Rot-Grün dem Bürger: dein Geld. Das ist ehrlich und unverschämt zugleich. Mehr 39 86

Wichtigste Werte
Name Wert Änderung
  F.A.Z.-Index --  --
  Dax --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  F.A.Z.-Anleih… --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
  Bund Future --  --