http://www.faz.net/-gqe-74ppl
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 30.11.2012, 11:27 Uhr

11,7 Prozent Rekord-Arbeitslosigkeit in der Eurozone

18,7 Millionen Menschen haben in der Eurozone keine Arbeit. Die Arbeitslosenquote ist so hoch wie noch nie. Die Inflationsrate im Euroraum geht dagegen von 2,6 Prozent auf 2,2 Prozent zurück.

© dpa Wo gibt’s Arbeit?

Die Schulden- und Wirtschaftskrise hat die Arbeitslosigkeit in der Eurozone auf ein neues Rekordhoch getrieben. Im Oktober stieg die Arbeitslosenquote in der Währungsunion auf 11,7 Prozent nach 11,6 Prozent im Vormonat, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat am Freitag in Luxemburg mitteilte. Vor einem Jahr hatte die Quote 10,4 Prozent erreicht.

Insgesamt waren im Oktober in den 17 Euroländern 18,7 Millionen
Menschen ohne Job. Das waren 173.000 Arbeitslose mehr als im
September und fast 2,2 Millionen mehr als im Oktober vor einem Jahr.

Südeuropa besonders betroffen

Besonders hart traf die Krise die Arbeitsmärkte in Südeuropa, wo
zum Teil jeder vierte Bürger keine Stelle hatte. Die höchste
Arbeitslosenquote im Oktober hatte laut Eurostat Spanien mit 26,2
Prozent. In Griechenland lag sie nach den jüngsten verfügbaren
Zahlen vom August bei 25,4 Prozent. In beiden Ländern hatte weit
mehr als die Hälfte der unter 25-Jährigen keine Arbeit.

Die niedrigsten Arbeitslosenquoten laut Berechnung von Eurostat
hatten im Oktober Österreich mit 4,3 Prozent, Luxemburg mit 5,1
Prozent sowie Deutschland mit 5,4 Prozent.

Inflation geht zurück

Dagegen hat sich die Inflation in den 17 Euro-Ländern im November deutlich abgeschwächt. Dank günstigerer Energiepreise sank die jährliche Teuerungsrate auf 2,2 Prozent, teilte das Europäische Statistikamt Eurostat am Freitag in einer ersten Schätzung in Luxemburg mit. Im Oktober hatte die Rate noch 2,5 Prozent betragen, im August und September 2,6 Prozent.

Energie blieb zwar einer der stärksten Preistreiber, doch in geringerem Ausmaß als zuvor. Auch die Preise für Lebensmittel, Alkohol und Zigaretten zogen weniger stark an.

Mehr zum Thema

Damit bewegt sich die Inflationsrate in der Eurozone wieder auf den Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB) zu. Die Währungshüter sehen die Preisstabilität bei knapp unter 2,0 Prozent gewährleistet.

Quelle: FAZ.net / dpa, dapd

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Ölpreis steigt Was passiert, wenn die Inflation wiederkehrt?

Die Inflation gilt als tot. Notenbanker bestärken diese Auffassung. Doch der Ölpreis zeigt: Das ist trügerisch. Mehr Von Gerald Braunberger

28.05.2016, 15:16 Uhr | Finanzen
Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker schildert Messerattacke vor Gericht

Er stach in Sekundenschnelle zu: Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht die Messerattacke vom Oktober 2015 geschildert, bei der die damalige OB-Kandidatin schwer verletzt wurde. Im Gerichtssaal begegnete sie erstmals wieder ihrem Angreifer. Mehr

29.04.2016, 16:07 Uhr | Aktuell
Nicolás Maduro Venezuelas Staatschef ordnet Beschlagnahme von Fabriken an

Der sozialistische Präsident Venezuelas greift angesichts der Wirtschaftskrise zu drastischen Mitteln. Er fordert, die Besitzer stillgelegter Fabriken in Handschellen zu legen und ins Gefängnis zu stecken. Mehr

15.05.2016, 07:43 Uhr | Politik
Olympia 2016 Tokio verspricht grüne Sommerspiele

Tokio will 2016 Olympische Sommerspiele ausrichten. Nicht die Wirtschaft soll im Zentrum stehen, sondern die Umwelt. Neben Tokio wollen auch Chicago, Madrid und Rio de Janeiro die Spiele. Die Entscheidung fällt am 2. Oktober in Kopenhagen. Mehr

11.05.2016, 16:24 Uhr | Videoarchiv
Wirtschaftskrise Lufthansa setzt Flüge nach Venezuela aus

In Venezuela herrscht eine Wirtschaftskrise. Jetzt stoppt die Lufthansa ihre Flüge in die Hauptstadt Caracas. Allerdings nicht sofort. Mehr

29.05.2016, 11:21 Uhr | Wirtschaft

Hilfe für die Umwelthilfe

Von Carsten Knop

Die Deutsche Umwelthilfe stört sich daran, dass Dieselmotoren nicht immer so sauber sind, wie die Werbung verspricht. Aber sie ist auch nur eine Organisation mit eigenen Interessen. Mehr 9 34


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Umfrage Zwei Drittel der Europäer für Grundeinkommen

Gute Idee oder schlicht Schwachsinn? Immer mehr Menschen diskutieren über ein bedingungsloses Grundeinkommen. Die Schweizer stimmen bald ab. Nun kommt eine überraschende Umfrage heraus. Mehr 77

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden