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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Konjunktur „Wirtschaftsdynamik verlagert sich aufs Inland“

20.12.2004 ·  Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle rechnet 2005 nur noch mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 1,3 Prozent. Das ist nicht die erste Korrektur nach unten. Und nicht die letzte.

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Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) rechnet im kommenden Jahr nur noch mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,3 Prozent. Es korrigierte damit seine letzten Wachstumserwartungen nach unten, die zunächst bei 1,5 Prozent lagen. Auch andere Wirtschaftsforscher haben ihre Erwartungen schon zurückgeschraubt: RWI erwartet nur noch 1,3 Prozent Wachstum.

Nach Mitteilung des IWH vom Montag wird der Zuwachs beim Bruttoinlandsprodukt in Deutschland in diesem Jahr bei 1,7 Prozent liegen, 0,1 Prozentpunkte unter den bisherigen Erwartungen. Erst für 2006 wird wieder ein Wachstum von 1,7 Prozent erwartet.

Impulse zunehmend aus dem Inland

Seit Mitte 2004 verlagerten sich die Wachstumsimpulse allmählich vom Ausland auf das Inland, hieß es vom IWH. Die Exporte, bislang Motor der Konjunktur, seien in den Monaten Juli bis September gesunken. Die Zunahme der Investitionstätigkeit und der kräftige Lageraufbau in Deutschland hätten die Wachstumsverluste aus dem Außenhandel jedoch nicht wettmachen können.

Der Umschwung bei den Ausrüstungsinvestitionen werde auch im kommenden Jahr anhalten. Unternehmen stießen zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen, während sich die Gewinnerwartungen mit der Konsolidierung der Bilanzen und den gesunkenen Lohnstückkosten aufhellten. Allerdings werden die privaten Haushalte ihre Kaufzurückhaltung erst später aufgeben, wie das Institut prognostiziert.

Weniger Vollzeitarbeitsplätze

Zum Arbeitsmarkt hieß es, die Zahl der Vollzeitarbeitsplätze werde weiter sinken, die Zahl der Beschäftigten im Niedriglohnsektor sich erhöhen. Mit der Arbeitsmarktreform Hartz IV würden sich die zusätzlichen Arbeitsgelegenheiten - die Ein-Euro-Jobs - positiv auf die Beschäftigtenzahl auswirken. Trotzdem werde die Zahl der Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt mit 4,56 Millionen über dem Durchschnitt von 2004 liegen und erst 2006 wieder sinken. Das IWH rechnet im kommenden Jahr mit einer Defizitquote von 3,5 Prozent, womit Deutschland eindeutig gegen die im Stabilitäts- und Wachstumspakt gezogene Grenze verstoße.

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Von Holger Steltzner

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29.05.2012 16:06 Uhr
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