06.04.2005 · Die Weltbank erwartet im laufenden Jahr eine Abschwächung der wirtschaftlichen Dynamik, das Wachstum bleibe jedoch grundsätzlich robust. Die Ökonomen warnten auch vor möglichen heftigen Bewegungen an den Devisenmärkten.
Das globale Wirtschaftswachstum wird sich nach Einschätzung der Weltbank 2005 abschwächen. Dabei wird der Zuwachs in den Industrieländern erneut deutlich hinter dem von Schwellenländern wie China oder Indien zurückbleiben.
Als Grund nannte die Weltbank in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Entwicklungsbericht zur Weltwirtschaft den Anstieg der Zinsen in den Vereinigten Staaten und des Euro-Kurses sowie zunehmende Einsparungen in den Staatshaushalten.
Es bleibt ein schwächers aber robustes Wachstum
Zwar sei die Wirtschaft weltweit 2004 um 3,8 Prozent und damit so kräftig wie seit vier Jahren nicht mehr gewachsen. 2005 würden aber nur noch 3,1 Prozent erwartet. Dabei werde sich das Wachstum in den Industrieländern im Schnitt von rund 3,2 auf etwa 2,5 Prozent verlangsamen. In den Schwellenländern werde ein Rückgang von 6,6 auf 5,7 Prozent erwartet, das Wachstum damit aber robust bleiben.
Für den Euro-Raum wird eine Abschwächung des Wachstums von 1,8 auf 1,2 Prozent erwartet, für die Vereinigten Staaten von 4,4 auf 3,9 Prozent. Beim Öl rechnet die Weltbank in der ersten Hälfte 2005 weiter mit hohen Preisen, die in der zweiten Jahreshälfte sinken sollten. Dabei gehe die Bank von einem Durchschnittspreis von 42 Dollar je Barrel (159 Liter) aus. Zuletzt lag der Ölpreis bei 55 Dollar.
Warnung vor kräftigen Kursbewegungen an den Devisenmärkten
In dem Bericht wird auch davor gewarnt, das hohe Defizit in der amerikanischen Leistungsbilanz könnte zu abrupten Zinsänderungen und außergewöhnlich kräftigen Kursbewegungen an den Devisenmärkten führen. Die Schwellenländer seien dabei besonders anfällig.
Insbesondere das amerikanische Leistungsbilanzdefizit in Rekordhöhe birgt der Weltbank zufolge Gefahren für die Schwellenländer. Denn diese haben im Gegenzug große Überschüsse angehäuft und Dollar-Währungsreserven angelegt. Bei einer massiven Abwertung der amerikanischen Währung könnte dies somit den Wert dieser Reserven schmälern und die Staaten damit in finanzielle Nöte bringen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.395,80 | +1,38% |
| Dow Jones | 12.568,20 | +0,91% |
| EUR/USD | 1,2546 | +0,04% |
| Rohöl Brent Crude | 107,67 $ | +0,38% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
Anonym bewerben? Ist das gut?