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Konjunktur „Warten auf den erlösenden Startschuß“

26.11.2004 ·  Die Stimmung unter den Verbrauchern hellt sich nach Einschätzung der Gesellschaft für Konsumforschung etwas auf. Ökonomen sind eher skeptische: Ihre Geldsorgen seien die Menschen noch nicht los.

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Die Stimmung unter deutschen Verbrauchern hellt sich nach Einschätzung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) etwas auf.

Der auf Basis der November-Umfrage berechnete Konsumklima-Indikator für Dezember kletterte auf 2,7 von 2,4 Punkten, wie die GfK am Freitag mitteilte. „Damit haben sich die Voraussetzungen für einen besseren Start in das kommende Jahr verbessert", erklärte GfK-Experte Rolf Bürkl.

Weihnachtsgeschäft wohl nur mit leichten Impulsen

Während die Bereitschaft der Menschen zu größeren Anschaffungen erneut etwas anstieg, wuchs ihre Skepsis über die Entwicklung der Konjunktur und ihre eigene finanzielle Situation. „Deshalb ist für das bevorstehende Weihnachtsgeschäft nur mit leichten Impulsen zu rechnen", folgerte Bürkl.

Analysten hatten erwartet, daß das Konsumklima weitgehend unverändert bleibt. Die GfK befragt monatlich rund 2.000 Personen und berechnet daraus das Konsumklima für den Folgemonat. Die schlechte Stimmung der Verbraucher gilt als eines der größten Hindernisse für eine kräftigere Erholung der Wirtschaft in Deutschland. Der Anstieg des Euro auf neue Rekordkurse und die weiterhin hohen Ölpreise nähren derzeit Befürchtungen, daß die Erholung schon wieder vorbei sein könnte, bevor sie richtig in Schwung gekommen ist.

Offenbar Nachholbedarf bei größeren Anschaffungen

„Einen Hoffnungsschimmer kann man der Entwicklung der Anschaffungsneigung entnehmen", sagte Bürkl angesichts des Anstiegs dieses Teilindikators auf minus 24,4 von minus 28,6 Punkten, den höchsten Stand seit Dezember 2001. Bürkl vermutete, daß die Menschen nach einer langen Periode großer Verunsicherung einen Nachholbedarf beim Einkaufen haben.

„Es besteht deshalb die Hoffnung, daß selbst kleine positive Impulse für die Einkommensentwicklung sowie am Arbeitsmarkt zu einer deutlichen Erhöhung der Anschaffungsneigung führen werden", erklärte Bürkl. „Die Binnennachfrage steht sozusagen in den Startlöchern und wartet nur auf den erlösenden Startschuß.“

Keine Anzeichen, daß die Geldsorgen nachlassen

Allerdings lieferte die jüngste Umfrage noch keine Anzeichen dafür, daß die Geldsorgen der Bürger abnehmen. „Positive Einflüsse auf die Einkommensentwicklung sind nach wie vor nicht in Sicht", sagte Bürkl. Zumindest scheinen die Menschen nun alle Belastungen für ihre zukünftiges Einkommen in ihren Budgetplanungen berücksichtigt zu haben, so daß der Indikator für die Einkommenserwartungen mit minus 15,8 Punkten weitgehend stabil blieb.

Von der allgemeinen Wirtschaftserholung versprechen sich die Menschen auch keine Besserung. „Nach wie vor rechnen die Verbraucher nicht mit einer spürbaren Erholung der Konjunktur", erklärte Bürkl. Der Indikator für die Konjunkturstimmung sank erneut leicht auf minus 17 von minus 16,5 Zählern. Bürkl vermutete, daß die jüngste Entspannung bei den Benzinpreisen dazu beigetragen hat, daß die Hoffnung auf eine Besserung der wirtschaftlichen Lage nicht weiter gelitten hat.

Volkswirte sehen keine durchgreifende Verbesserung des Klimas

Andreas Rees von der Hypo-Vereinsbank hat trotz der Verbesserung des Konsumklimas starke Zweifel daran, daß der Weihnachtsmann in diesem Jahr viele Geschenke im Sack haben wird. „40 Prozent der Verbraucher geben an, sie wollen weniger Geld für Geschenke ausgeben. Vor dem Hintergrund des schlechten Weihnachtsgeschäftes im vergangenen Jahr ist das erschreckend“, sagte Rees.

Auch Ralph Solveen, Ökonom bei der Commerzbank, ist skeptisch hinsichtlich einer Steigerung des Konsums: „Es ist zwar erfreulich, daß der Indikator gestiegen ist. Vom Privatverbrauch dürfen wir aber nicht viel erwarten. Die Einkommensentwicklung ist einfach zu schwach, dazu kommt der hohe Ölpreis. Da ist es wirklich kein Wunder, daß die Stimmung nicht himmelhoch jauchzend ist.“

Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters
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