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Konjunktur Verbraucherstimmung aufgehellt

25.02.2005 ·  Die Stimmung der Verbraucher hat sich trotz einer Reihe schlechter Nachrichten aus der Wirtschaft verbessert. Viele Menschen in Deutschland planen nach einer GfK-Umfrage größere Anschaffungen. Volkswirte erwarten einen leichten Anstieg des Konsums.

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Die Stimmung der deutschen Verbraucher hat sich trotz einer Reihe von schlechten Nachrichten aus der Wirtschaft weiter verbessert. Die Bürger bewerteten in der Umfrage der GfK zwar die Konjunktur und ihre zukünftige Finanzlage wieder etwas skeptischer, planten aber etwas mehr größere Anschaffungen.

„Die deutschen Verbraucher reagieren offensichtlich nicht mehr so empfindlich auf negative Wirtschaftsmeldungen“, erklärte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zu ihrer am Freitag veröffentlichten Februar-Umfrage unter 2.000 Personen. Das daraus abgeleitete GfK-Konsumklima für März kletterte auf 4,8 Punkte von 4,2 Zählern für Februar. Zu diesem Anstieg trug der GfK zufolge auch bei, daß die Verbraucher weniger sparen wollten. „Das Grundvertrauen ist stabiler als noch vor ein oder zwei Jahren“, sagte GfK-Chef Klaus Wübbenhorst der dpa. Ein Sturm auf den Einzelhandel sei indes nicht zu erwarten.

Zu dieser Einschätzung passen Interpretationen von Volkswirten: Klaus Wiener von der Versicherung AM Generali, sagte zu Reuters: „Es ist schön anzusehen, daß sich die Stimmung der Verbraucher in die richtige Richtung bewegt. Aber wie es bisher aussieht, wird der Konsum nicht stark genug sein, um die Abschwächung des Exportbooms in diesem Jahr zu kompensieren.“ Und sein Kollege Jürgen Michels von der Citigroup sieht einen Anstieg des privaten Konsums voraus. Allerdings sei Deutschland „natürlich noch weit davon entfernt, einen Konsumboom zu
erleben“.

Experten hatten bestenfalls mit minimalem Anstieg gerechnet

Angesichts von Nachrichten über Rekordarbeitslosigkeit, sinkende Wirtschaftsleistung zum Ende 2004 oder spektakuläre Firmenpleiten hatten Experten allenfalls einen minimalen Anstieg des Konsumklimas erwartet. Die Unternehmen - vor allem aus dem Einzelhandel - hatten sich in der letzten Ifo-Umfrage pessimistischer zu Geschäftslage und -erwartungen geäußert.

Auch wenn die Bürger durch die vielen Negativmeldungen nicht ganz unbeeindruckt blieben, zeigte sich die Verbraucherstimmung der GfK zufolge überraschend stabil. So stieg die Bereitschaft zum Kauf langlebiger Produkte wie Möbel oder Haushaltsgeräten abermals. Der entsprechende Index kletterte um 2,2 Zähler auf minus 12,2 Punkte - dem höchsten Wert seit dem Absturz bei der Euro-Einführung im Januar 2002.

Konjunkturerwartungen auf Talfahrt

Spuren hinterließen die schlechten Daten dagegen bei den Konjunkturerwartungen der Verbraucher, die um 7,1 auf minus 13 Punkte abrutschten. „Den deutschen Konsumenten fehlt es immer noch am rechten Glauben, daß Deutschland aus der konjunkturellen Talsohle heraus ist“, erklärte die GfK.

Den Rückgang der Einkommenserwartungen um 6,7 Zähler auf den langjährigen Durchschnitt von Null Punkten erklärte die GfK mit dem Anstieg der Arbeitslosenzahl auf über fünf Millionen „Dies wiegt deutlich schwerer als die seit Beginn des Jahres gegebene leichte finanzielle Entlastung durch die Steuerreform.“

Nachdem die Erholung der deutschen Wirtschaft bislang fast ausschließlich vom Export getragen war, kommt einer Rückkehr der Konsumfreude für eine weitere Konjunkturbelebung große Bedeutung zu. Die GfK warnte dabei vor übertriebenen Hoffnungen: „Solange der Teufelskreis aus Konsumzurückhaltung, anhaltender Konjunkturschwäche und schwieriger Arbeitsmarktlage nicht durchbrochen wird, bleibt es dabei, daß ein wirklicher Aufschwung des Konsumklimas auf sich warten läßt.“

Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters und dpa
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