27.07.2005 · Die Stimmung der deutschen Verbaucher ist der weiterhin von Unsicherheit geprägt. Der Konsumklima-Indikator der Gesellschaft für Konsumforschung ging abermals zurück - der vierte Rückgang in Folge.
Die Aussicht auf höhere Mehrwertsteuern hat die Stimmung der deutschen Verbraucher im Juli weiter gedämpft. Die Konsumenten bewerteten sowohl die Konjunkturentwicklung als auch ihre eigene finanzielle Zukunft skeptischer, folgerte die Marktforschungsgruppe GfK am Mittwoch aus ihrer monatlichen Umfrage unter 2000 Bürgern. Das daraus berechnete Konsumklima für August sank auf 2,9 von revidiert 3,4 Punkten für Juli und fiel damit den vierten Monat in Folge. „Eine Trendwende ist weiterhin nicht in Sicht“, erklärte die GfK (siehe die Stimmung Ende Juni: Das Konsumklima trübt sich weiter ein).
Die Verbraucher seien verunsichert und würden derzeit weder der Politik noch der Wirtschaft eine Wende zum Besseren zutrauen. „Auch das Vorgeplänkel zur vorgezogenen Bundestagswahl im September über Fragen, ob und um wie viel die Mehrwertsteuer erhöht wird und was dem Bürger sonst noch blüht, ist offensichtlich nicht geeignet, die tiefsitzende Verunsicherung abzuschwächen“, erklärte die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Sie halbierte ihre Prognose für das Wachstum des privaten Konsums nochmals auf nun nur noch 0,2 Prozent für dieses Jahr. Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem leichten Anstieg des GfK-Indikators gerechnet.
Lieber jetzt kaufen?
Die Union zieht mit einer Erhöhung der Mehrwertsteuer von 16 auf 18 Prozent in den Wahlkampf und stößt damit auf Kritik von Ökonomen, Wirtschaftsvertretern und Einzelhändlern. Die Debatte hat der GfK zufolge aber die Bereitschaft der Menschen erhöht, sich langlebige Produkte wie Waschmaschinen oder Kücheneinrichtungen zu kaufen. „Die Konsumenten erwarten, daß vom nächsten Jahr an viele Güter und Dienstleistungen teurer werden, und glauben vermutlich, daß es besser sei, größere Anschaffungen in naher Zukunft zu tätigen, als dieses aufzuschieben.“ Der entsprechende Indikator für die so genannte Anschaffungsneigung stieg auf minus 13,1 Punkte von minus 25,8 Zählern. Damit seien die Verluste der vorigen Monate nahezu wettgemacht worden.
Die Diskussion über eine ab Januar 2006 höhere Mehrwertsteuer dämpfte nach GfK-Ansicht die persönliche Einkommenserwartung der Menschen. „Die Verbraucher antizipieren, daß damit ihre Kaufkraft zukünftig beeinträchtigt wird.“ Der Indikator für die Einkommenserwartung sank um 4,9 Punkte auf minus 14,8 Zähler und setze damit am Jahresanfang begonnene Talfahrt fort.
Die Konjunkturerwartung der Bürger bewegte sich weiter im Zickzack-Kurs. Das entsprechende Barometer verlor 2,3 auf minus 15,7 Punkte. Dabei bewerteten die Menschen im Osten die wirtschaftliche Entwicklung im Juli etwas weniger pessimistisch als im Westen. Unterm Strich sei die Konsumstimmung der Ostdeutschen allerdings nach wie vor erheblich schlechter als die der Westdeutschen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.395,80 | +1,38% |
| Dow Jones | 12.568,20 | +0,91% |
| EUR/USD | 1,2546 | +0,04% |
| Rohöl Brent Crude | 107,67 $ | +0,38% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
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