22.03.2010 · Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag rechnet für dieses Jahr mit 300.000 zusätzlichen Stellen in der Branche. Das sind deutlich höhere Erwartungen als in der Industrie. Die Dienstleister kompensieren zum Teil den drohenden Arbeitsplatzabbau anderer Wirtschaftszweige.
Von Andreas MihmÜberaus positive Konjunktursignale vernimmt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) zum Frühjahrsbeginn aus der Dienstleistungsbranche. Von dort sind ganz andere Töne zu vernehmen als aus der Industrie, die sich eher schleppend aus dem Konjunkturtal nach oben arbeitet. Die Serviceanbieter befänden sich schon wieder im Aufschwung, berichtet der DIHK. Das schlage sich auch in den Beschäftigungsplänen der Unternehmen nieder, heißt es in dem noch unveröffentlichten Dienstleistungsreport der Kammerorganisation.
Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben sagte der F.A.Z.: „Auf Basis der positiven Beschäftigungspläne der Unternehmen rechnen wir mit einem Plus von rund 300.000 Arbeitsplätzen allein im Dienstleistungssektor bis zum Jahresende 2010.“ Damit könne die Branche 2010 „einen Großteil der drohenden Beschäftigungsverluste in anderen Wirtschaftszweigen kompensieren“, meinte Wansleben.
Die gesamte Zahl der Arbeitslosen wird nach Einschätzung des DIHK im Jahresdurchschnitt auf 3,6 Millionen steigen. Das wären 200000 Erwerbslose mehr als im vergangenen Jahr. Die Kammern rechnen außerdem mit einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 2,3 Prozent. Das liegt über den Erwartungen der Bundesregierung, die das Wachstum auf 1,4 Prozent schätzt. Die Wachstumsprognosen vieler Banken und Verbände liegen bei etwa 2 Prozent.
Im Frühjahr „einen weiteren Schritt nach vorne“
Die Dienstleistungskonjunktur werde im Frühjahr „einen weiteren Schritt nach vorne“ machen, sagte Wansleben. Bereits zu Beginn des Jahres seien die Serviceunternehmen der einzige Wirtschaftszweig gewesen, der eine positive Geschäftslage gemeldet habe. Damit lägen sie vor der Bauwirtschaft und dem Handel und vor allem deutlich vor der Industrie.
Der starke Rückgang der Industrieaufträge habe die Unternehmensdienstleistungen relativ wenig beeinträchtigt, sagte Wansleben. Die volkswirtschaftlich bedeutende Branche der Gesundheitsdienstleister berichte ungeachtet der Krise sogar über die beste Geschäftslage seit Beginn der Befragung. Positive Resonanz habe der DIHK auch von Konzertveranstaltern, Theatern, Fitnessclubs sowie von den Medien und aus der Filmwirtschaft vernommen. Die Dienstleister, vor allem die Zeitarbeitsbranche, erwarteten zudem eine weitere Verbesserung ihrer Lage. Der Saldo aus positiven und negativen Erwartungen liege mit einem Plus von 6 Punkten über dem Schnitt der Gesamtwirtschaft (plus 5). Er liege weit vor dem Handel (minus 7) und dem Bau (minus 20). Nur das verarbeitende Gewerbe (plus 16 Prozent) sei noch zuversichtlicher. Allerdings seien nach dem scharfen Einbruch die Möglichkeiten zur Erholung dort besonders groß.
Die Hoffnungen auf eine Besserung der wirtschaftlichen Aussichten schlügen sich auch in den Investitionsplänen nieder, die besser ausfielen als in allen andern Wirtschaftszweigen, berichtet der DIHK weiter. Einen größeren Personalbedarf meldeten vor allem wissensintensive Dienstleistungsbranchen wie Anbieter von Informationstechnik, Versicherungen, Unternehmensberatungen sowie Werbung und Marktforschung. Auch Gesundheits- und Sozialdienste, die Sicherheitswirtschaft und die als konjunktureller Vorläufer geltende Zeitarbeit schafften neue Stellen. „Gerade die Zeitarbeitsagenturen bereiten sich auf eine größere Nachfrage seitens der entleihenden Unternehmen vor“, sagte Wansleben.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.395,80 | +1,38% |
| Dow Jones | 12.568,20 | +0,91% |
| EUR/USD | 1,2546 | +0,04% |
| Rohöl Brent Crude | 107,67 $ | +0,38% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
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