“Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ist katastrophal.“ Das sei das Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) unter 1.233 Unternehmen im April 2003, sagte IW-Geschäftsführer Rolf Kroker am Donnerstag in Berlin.
Nur 26 Prozent der westdeutschen und 28 Prozent der ostdeutschen Unternehmen rechneten für das laufende Jahr mit einer Produktionszunahme, demgegenüber gingen fast 34 Prozent der Westbetriebe und 38 Prozent der Ostbetriebe von sinkenden Herstellungszahlen aus. In Ost- wie in Westdeutschland werden der Umfrage zufolge etwa 45 Prozent der Betriebe 2003 Beschäftigung abbauen.
Probleme bereitet auch der starke Euro
Dies bedeute nichts Gutes für den Arbeitsmarkt. “Die Arbeitslosigkeit wird im Jahresdurchschnitt eher bei 4,5 Millionen liegen“, sagte Kroker vwd. Die derzeitige Lage bewerteten die Unternehmen “als desolat“. Bei vier von zehn befragten ostdeutschen Unternehmen nehme die Produktion ab, im Westen seien bei 37 Prozent der befragten Unternehmen die Geschäfte zurzeit rückläufig.
Für das kommende Jahr seien die Erwartungen, daß es über eine Erholung der Weltkonjunktur auch Impulse im Inland gebe und es dann ein bißchen besser laufe. “Aber die Bäume wachsen auch dann nicht in den Himmel“, sagte Kroker.
Die Prognose der Bundesregierung eines Wachstums von 3/4 Prozent im laufenden Jahr hält Kroker “nach dem augenblicklichen Stand der Dinge“ für zu optimistisch und kaum realisierbar. Zusätzliche Probleme bereite der deutschen Wirtschaft derzeit die Stärke des Euro. Gerade bei Exportunternehmen drücke diese “die Erträge zusammen, was dann nicht ohne Auswirkungen auf die Investitionen bleiben kann“, sagte Kroker. Insofern sei die Aufwertung eine zusätzliche Belastung der Wirtschaft in einer ohnehin schwierigen Situation. Es sei davon auszugehen, daß der Euro noch stärker werden könne.