26.09.2003 · Die Schulden der öffentlichen Haushalte sind innerhalb eines Jahres um 5,1 Prozent gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts ergab sich damit ein Defizit von 69 Milliarden Euro. Überdurchschnittlich erhöht haben sich die Ausgaben für Sozialleistungen.
Die Verschuldung der öffentlichen Haushalte in Deutschland ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes angesichts deutlich höherer Ausgaben im ersten Halbjahr 2003 erneut rasant gestiegen.
Das Finanzierungsdefizit von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung einschließlich der Sondervermögen des Bundes erhöhte sich in den ersten sechs Monaten um elf Milliarden Euro auf 69 Milliarden Euro, teilte das Amt am Freitag mit. Damit habe der Schuldenstand zur Jahresmitte mit 1285,9 Milliarden Euro um 5,1 Prozent über dem Vorjahrestand gelegen.
Aufwendungen für Sozialleistungen gestiegen
Die öffentlichen Ausgaben nahmen in dem Zeitraum um 2,3 Milliarden Euro zu, wobei vor allem für Sozialleistungen mit einem Anstieg von 4,1 Prozent deutlich mehr aufgewendet werden mußte. Die Gesamteinnahmen aller staatlicher Ebenen lagen dagegen von Januar bis Juni mit einem Mini-Plus von 0,1 Prozent kaum verändert.
Während der Bund bei seinen Ausgaben bis Ende Juni einen leichten Rückgang um 0,3 Prozent aufwies, erhöhte sich dieser Posten bei den Ländern und der Sozialversicherung um jeweils 2,8 Prozent.
Zum zweiten Mal über dem Maastricht-Kriterium
Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) rechnet bereits seit längerem für das laufende Jahr mit einem deutschen Staatsdefizit von 3,8 Prozent. Damit würde Deutschland zum zweiten Mal in Folge das europäische Defizit-Kriterium vom maximal drei Prozent überschreiten.
Für 2004 rechnen die meisten Wirtschaftsexperten und internationalen Organisationen mit einer erneuten Überschreitung der europäischen Defizit-Marke. Bei den Steuereinnahmen des Staates ergab sich dem Bundesamt zufolge im ersten Halbjahr ein Anstieg um 0,8 Prozent auf 190,6 Milliarden Euro.
Dabei stand der Bund mit plus 1,4 Prozent besser da als die Länder, bei denen es einen Zuwachs von 0,1 Prozent gab. Die Gemeinden nahmen ein Prozent mehr Steuern ein. Einbußen von mehr als einem Drittel ergaben sich für die öffentlichen Haushalte bei den Einnahmen aus wirtschaftlicher Tätigkeit, was vor allem auf den rückläufigen Gewinn der Deutschen Bundesbank zurückgeführt wurde. Genauere Rückschlüsse auf die Entwicklung auf das Gesamtjahr 2003 erlauben die teils geschätzten Zahlen dem Amt zufolge aber noch nicht.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.393,06 | +1,18% |
| Dow Jones | 12.568,20 | +0,91% |
| EUR/USD | 1,2546 | +0,04% |
| Rohöl Brent Crude | 107,67 $ | +0,38% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
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