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Konjunktur Pleitenrekorde in Deutschland

10.02.2005 ·  Auch 2004 hat kein Ende der Pleitewelle gebracht. Die erhoffte Trendwende bei den Unternehmensinsolvenzen sei ausgeblieben, erklärte die Wirtschaftsauskunftei Creditreform in Düsseldorf.

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Die Pleitewelle hat in Deutschland 2004 einen neuen Höchststand erreicht. Die Gesamtzahl der Insolvenzen nahm gegenüber dem Vorjahr um 15,3 Prozent auf 115.700 zu, teilte die Wirtschaftsauskunftei Creditreform am Donnerstag in Düsseldorf mit.

Das gehe hauptsächlich auf die Insolvenzen von Privatpersonen zurück, die um 25 Prozent zunahmen. Gut 76.000 Verbraucher und ehemals Selbstständige traten den Gang zum Insolvenzgericht an. Dagegen sei die Zahl der Firmenpleiten nur um 0,3 Prozent auf 39.600 gestiegen. Hier liege Deutschland im westeuropäischen Vergleich erneut auf dem zweiten Platz hinter Frankreich.

Hoffnung im Osten

Die erhoffte Trendwende bei den Unternehmenspleiten sei 2004 nicht eingetreten. Die immer noch steigende Zahl gehe auf die Entwicklung in den alten Bundesländern zurück. In den neuen Ländern seien die Firmenpleiten seit 2003 rückläufig. Insgesamt waren laut Creditreform bundesweit gut 600.000 Arbeitnehmer von der Insolvenz ihres Arbeitgebers betroffen. Diese Zahl sei erstmals seit 2000 rückläufig.

Im Vergleich der westeuropäischen Länder belege Deutschland bei den Privatinsolvenzen den Spitzenplatz vor Großbritannien. Seit der Einführung des Verbraucherinsolvenzverfahrens in Deutschland 1999 habe sich die Zahl der Privatinsolvenzen mehr als verzehnfacht. Mit Blick auf die Überschuldung von Verbrauchern sei dies aber nur die Spitze des Eisberges, betonte Creditreform.

Die deutliche Zunahme sei aber kein rein deutsches Phänomen. Nur Norwegen habe 2004 einen Rückgang bei Privatinsolvenzen verzeichnet. Die Privatinsolvenzen seien mit Blick auf die Überschuldung von Verbrauchern nur die Spitze des Eisberges. Neun Prozent der deutschen Privathaushalte gelten als überschuldet.

Mehr Verbraucherpleiten erwartet

Creditreform geht für das laufende Jahr bei Verbraucherpleiten in Deutschland von einen erneuten starken Anstieg aus. Bei den Firmenpleiten in der deutschen Wirtschaft wird auf eine Stagnation oder einen leichten Rückgang gehofft. „Wir werden eine nachhaltige Verbesserung bei den Unternehmenspleiten 2005 nicht bekommen“, meinte Rödl.

Während in der deutschen Industrie eine Abnahme der Firmenzusammenbrüche wahrscheinlich sei, werde für den krisengeschüttelten Einzelhandel mit einer weiteren Pleitenzunahme gerechnet. Die Insolvenzgefahr sei im Baubereich am höchsten. Die Pleite von Walter-Bau werde viele Unternehmen mit in den Abgrund ziehen. Rödl geht von mindestens 40 bis 50 Folgekonkursen aus.

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