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Konjunktur Ölpreis und späte Ferien erhöhen Inflation

 ·  Der hohe Ölpreis und der späte Ferienbeginn haben die deutsche Inflation im August offenbar unerwartet deutlich steigen lassen. Experten zeigten sich überrascht, da die Preise üblicherweise im August sinken.

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Der hohe Ölpreis und der späte Ferienbeginn haben die deutsche Inflation im August offenbar unerwartet deutlich steigen lassen. Die Kosten für Lebenshaltung lagen in Sachsen nach Angaben des Statistischen Landesamtes vom Freitag 0,8 Prozent über dem Vorjahr, nach nur 0,5 Prozent im Juli. In Hessen stieg die Inflationsrate auf 1,0 von zuletzt 0,7 Prozent. Von Juli auf August blieben die Preise in Sachsen konstant, in Hessen gab es einen minimalen Anstieg.

Experten zeigten sich überrascht über den Anstieg der Inflation, da die Preise üblicherweise im August sinken. Die Hitzewelle hatte ihrer Einschätzung nach jedoch höchstens eine sehr geringe Wirkung.

Anstieg bei Reisen und Freizeit

„Der Anstieg ist recht kräftig - damit hat eigentlich niemand gerechnet", sagte Stephan Rieke von der ING BHF-Bank. Rieke machte vor allem die hohen Ölpreise für den Anstieg verantwortlich. „Was wohl auch eine Rolle gespielt hat, ist die Reisetätigkeit. Es scheint, daß die späten Schulferien im August zu weiteren Preissteigerungen geführt haben, obwohl es im August normalerweise hier schon zu Preissenkungen kommt", sagte der Volkswirt.

Die Statistiker aus Sachsen machten ebenfalls für den Anstieg der Jahresteuerung die Preise im Bereich „Freizeit, Unterhaltung und Kultur“ verantwortlich. Während beispielsweise Pauschalreisen im Juli noch billiger als ein Jahr zuvor waren, lagen die Preise im August um 2,4 Prozent über dem Niveau von 2002.

Hitzewelle ohne große Auswirkung auf Preise

Die jüngste Hitzewelle in Deutschland und Europa hatte offenbar nicht die befürchtete Wirkung auf die Preise. „Nach den ersten Ergebnissen kann man noch nicht auf größere Auswirkungen der Hitzewelle schließen", sagte Bernd Weidensteiner von der DZ Bank. Julian von Landesberger von der Hypovereinsbank wies darauf hin, daß viele Obst- und Gemüsesorten, die besonders von der Hitze betroffen waren, von den Statistikern bei der Inflationsberechnung gar nicht erfaßt werden. „Die Hitzewelle hat vielleicht die Preise von einigen Produkten beeinflußt - die Hessen haben hier Bier und Mineralwasser genannt -, aber die Wirkung war nicht durchschlagend", sagte Rieke. Bier war in Hessen 1,7 Prozent teurer als im Juli und Mineralwasser um 0,2 Prozent.

Obst konnten die Menschen in Sachsen im August fast neun Prozent günstiger bekommen als im Juli, Gemüse sechs Prozent billiger. Wegen des Sommerschlußverkaufs waren Kleidung und Schuhe hier im Schnitt einen halben Prozent billiger. Wettgemacht wurden diese Preissenkungen durch die hohen Ölpreise: für ihre Tankfüllung mußten die Sachsen 2,5 Prozent mehr ausgeben, Heizöl war sogar gut drei Prozent teurer. In Hessen lagen die Preise für saisonabhängige Nahrungsmittel wie Frischobst, Gemüse und Fisch sogar 4,7 Prozent unter dem Niveau von Juli.

Auf Basis der Preisdaten aus sechs Bundesländern berechnet das Statistische Bundesamt die vorläufige gesamtdeutsche Teuerung, die voraussichtlich am Montag veröffentlicht wird.

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