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Konjunktur Konsumklima sinkt erstmals seit September 2004

27.04.2005 ·  Die Verbraucher in Deutschland haben sich von den schlechten Konjunkturdaten anstecken lassen und ihre Neigung zu größeren Anschaffungen vermindert. Dies ergab die Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung.

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Das Konsumklima in Deutschland hat sich erstmals seit September 2004 eingetrübt. In der April-Umfrage der GfK beurteilten die Konsumenten zwar die Konjunktur und ihre eigene Finanzlage etwas weniger skeptisch, scheuen sich aber wieder vermehrt vor größeren Anschaffungen.

"Die hoffnungsvolle Entwicklung, die sich zum Beginn des Jahres 2005 andeutete, ist einer Stimmung gewichen, die zeigt, daß sich die Konsumenten auch weiter stark verunsichert fühlen", erklärte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Mittwoch zur monatlichen Umfrage unter 2000 Personen.

Der Trend zur Verbesserung der Anschaffungsneigung ist gebrochen

Das daraus berechnete Konsumklima für Mai fiel auf 4,9 von revidiert 5,1 Punkten. Die Bereitschaft der Bürger, sich langlebige Güter wie Sofas oder Fernseher zu kaufen, sei so gering wie zuletzt im Herbst 2004. Zudem legten sie wieder mehr Geld auf die hohe Kante. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Volkswirte hatten mit einem Rückgang des Konsumklimas gerechnet.

In den vergangenen Monaten hatte das Konsumklima ausschließlich vom positiven Trend bei der sogenannten Anschaffungsneigung profitiert. „Das hat sich im April grundlegend geändert", teilte die GfK mit. Sie hatte jüngst angekündigt, sollte dieser Indikator schwächeln, sei der Aufschwung beim Konsum vorerst zu Ende. Entsprechend senkte die Marktforschungsgruppe nun ihre Prognose für den privaten Verbrauch deutlich und erwartet allenfalls einen Konsum-Zuwachs von 0,4 statt zuvor noch 0,8 Prozent in diesem Jahr.

Indikator der Erwartungen mit leichter Verbesserung

Die schlechten Nachrichten zur Wirtschaftsentwicklung und die immer noch intensive öffentliche Debatte über Arbeitsmarktreformen „verderben dem Verbraucher den um die Jahreswende gestiegenen Appetit, größere Anschaffungen zu tätigen", wie die GfK erklärte. Die entsprechende Komponente sank im April um fast 15 auf minus 27,1 Punkte und damit auf den niedrigsten Stand seit Oktober 2004.

Die Indikator der Konjunkturerwartungen verbesserte sich zwar um knapp drei Punkte auf minus 15,6 Punkte, lag damit aber noch deutlich unter dem Niveau vom Jahresanfang. Zuletzt hatten fast alle Ökonomen ihre Wachstumsprognosen für das laufende Jahr gesenkt. Die sechs führenden Forschungsinstitute hatten erst am Dienstag ihre Prognose auf 0,7 Prozent mehr als halbiert.

Ölpreis ist bei den Verbrauchern angekommen

Auch ihre Einkommensaussichten bewerten die Menschen derzeit noch zurückhaltend. Der Indikator stieg zwar um sechs Punkte und erreichte damit wieder die Null-Linie. „Es sieht so aus, als würde der Indikator wieder den Zickzackkurs der letzten eineinhalb Jahre einschlagen", betonten die GfK-Experten aber.

Andreas Rees, Ökonom bei der Hypo-Vereinsbankt sagte zur Entwicklung des Verbrauchervertrauens: „Der Rückgang der Anschaffungsneigung ist sehr stark. Das ist aber ein Sondereffekt: Viele Haushalte bekommen derzeit ihre Heizkostenrechnung. Bei den privaten Haushalten ist der hohe Ölpreis nun angekommen.“

Wir bleiben aber bei unserem Bild: Der private Konsum wird mit knapp einem Prozent zulegen. Das wird gestützt durch die sehr positive Entwicklung bei der voll sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Der private Verbrauch in Deutschland wird derzeit tendenziell unterschätzt.“

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