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Konjunktur Kieler Wirtschaftsforscher erhöhen Wachstumsprognose

17.06.2004 ·  Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) hat als erstes der sechs führenden Forschungsinstitute seine Prognose für Deutschland wegen der kräftigen Exportnachfrage angehoben.

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Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) hat als erstes der sechs führenden Forschungsinstitute seine Wachstumsprognose für Deutschland wegen der kräftigen Exportnachfrage etwas erhöht.

In diesem Jahr gehen die Forscher von einem Anstieg der Wirtschaftsleistung um 1,8 Prozent aus, nachdem sie ihre Prognose im März auf 1,6 Prozent gesenkt hatten, wie das IfW am Donnerstag mitteilte.

Export kann Ölpreis-Effekt wettmachen

„Die Konjunkturerholung in Deutschland setzt sich in mäßigem Tempo fort", erklärten die Forscher. Der kräftige Exportanstieg im ersten Halbjahr habe den bremsenden Effekt höherer Ölpreise mehr als wettgemacht. Der Außenhandel werde der Motor der deutschen Konjunktur bleiben. „Im Prognosezeitraum (bis 2005) wird die Inlandsnachfrage aufwärts gerichtet sein, die Dynamik dürfte allerdings gering bleiben.“

Seine Prognose für das kommende Jahr erhöhte das IfW minimal auf 1,3 Prozent. Während im laufenden Jahr die hohe Zahl zusätzlicher Arbeitstage das Wirtschaftswachstum erhöht, läßt die geringere Zahl 2005 die unbereinigte Wachstumsrate niedriger ausfallen. „Im Verlauf des kommenden Jahres läsß die Dynamik der Exporte auf Grund der schwächer werdenden Weltkonjunktur etwas nach", schrieben die Forscher.

Das gesamtstaatliche Defizit wird sich im kommenden Jahr nach IfW-Schätzung nur geringfügig auf 3,5 Prozent verringern nach 3,8 Prozent in diesem Jahr, und würde damit zum vierten Mal in Folge über der europäischen Obergrenze von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) liegen.

IfW: EZB hebt Leitzinsen bis Ende 2005 nicht an

Bei seinen Prognosen unterstellt das Institut, daß der Ölpreis pro Barrel (das Faß zu 159 Liter) bis Ende 2004 auf 32 Dollar von derzeit gut 35 Dollar sinkt und der Euro-Kurs bei etwa 1,20 Dollar bleibt. Das IfW rechnet weiter nicht mit einer EZB-Zinserhöhung vor dem Jahresende 2005.

Auch die anderen führenden Wirtschaftsinstitute werden in den kommenden Wochen ihre Sommerprognosen vorstellen. Das DIW - bisher der größte Pessimist unter den Instituten - hat bereits angedeutet, seine bisherige Prognose von 1,4 Prozent wohl nach oben zu revidieren. Auch bei anderen Instituten ist von Aufwärtsrevisionen die Rede. In ihrer Gemeinschaftsprognose hatten die sechs Institute für 2004 im Frühjahr ein Wachstum von 1,5 Prozent prognostiziert.

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Von Holger Steltzner

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