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Konjunktur Kieler Forscher senken Wachstumsprognose

09.03.2005 ·  Das Institut für Weltwirtschaft erwartet keine spürbare Erholung der deutschen Konjunktur in diesem und im nächsten Jahr. Die Kieler Forscher senkten wie schon andere Institute zuvor ihre Wachstumsprognose.

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Das Institut für Weltwirtschaft (IfW) erwartet keine spürbare Erholung der deutschen Konjunktur in diesem und im nächsten Jahr. Die Kieler Forscher senkten am Mittwoch ihre Wachstumsprognose für 2005 von 0,8 auf 0,6 Prozent.

Nach einem unerwartet schlechten zweiten Halbjahr 2004 sei jedoch auch eine Phase der Stagnation nicht auszuschließen. „Auch das Risiko einer Rezession hat sich erhöht“, heißt es in dem IfW-Bericht.

Hoffnungswerte: niedrige Zinsen, aufgehelltes Konjunkturklima

Hoffnung auf eine allmähliche Belebung der Wirtschaft macht den Ökonomen ein für deutsche Verhältnisse niedriges Zinsniveau und ein etwas aufgehelltes Konsumklima. Gedämpft wurden die Erwartungen für dieses Jahr durch einen deutlichen Rückgang der Auslandsnachfrage. Langfristig belastend wirken sich nach Einschätzung der Kieler Forscher der hohe Ölpreis und die Aufwertung des Euro gegenüber dem Dollar aus.

2006 rechnet das Institut wie in seiner Dezember-Prognose beim Bruttoinlandsprodukt mit 1,3 Prozent Zuwachs. Eine große Dynamik sei jedoch auch 2006 nicht zu erwarten. Die „fundamentalen Wachstumsbedingungen“ in Deutschland hätten sich trotz Reformen kaum verbessert. Die Reformen etwa auf dem Arbeitsmarkt hätten „lediglich verhindert, daß die Wachstumsrate weiter abnimmt“.

Wenig Hoffung auf Besserung am Arbeitsmarkt

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt mit zuletzt 5,2 Millionen Arbeitslosen werde sich nicht grundlegend ändern. In der Prognose wird die durchschnittliche Erwerbslosenzahl für 2005 auf 4,64 Millionen geschätzt - nach 4,38 Millionen im vergangenen Jahr. „Für die Unternehmen gibt es nur wenig Anlaß, ihre Investitionen und ihre Nachfrage nach Arbeitskräften zu steigern, da die Abgabenlast im Vergleich zum Ausland beträchtlich ist und die Arbeitskosten nach wie vor hoch“, schreiben die Forscher des Instituts für Weltwirtschaft.

Für einen spürbare Wirtschaftsaufschwung in Deutschland muß nach Ansicht des Kieler Volkswirtschaftlers Joachim Scheide auch die Unternehmensteuer gesenkt werden. „Deutschland hat ein unwahrscheinlich kompliziertes Steuersystem etwa bei der Unternehmensbesteuerung“, sagte der Leiter der Konjunkturabteilung des IfW.

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Von Holger Steltzner

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