16.02.2005 · Für 2004 liegt die Wachstumsrate in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt bei 2,6 Prozent - der stärkste Anstieg seit 1996. Doch auch Japan muß jetzt Zahlen nach unten korrigieren.
Die japanische Wirtschaft ist nach am Mittwoch vorgelegten Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt abermals in eine Rezession gerutscht. Belastet von Schwächen im Export und der Binnennachfrage sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal 2004 im Vergleich zum Vorquartal preisbereinigt um 0,1 Prozent. Analysten hatten mit einem Plus von 0,1 Prozent gerechnet.
Zugleich revidierte die Regierung die Zahlen aus dem Quartal Juli bis September auf minus 0,3 Prozent, nachdem zunächst von einem Wachstum von 0,1 Prozent ausgegangen worden war. Auch in dem Quartal davor hatte es bereits einen Rückgang gegeben. Auf das Jahr hochgerechnet sei das BIP real um 0,5 Prozent gesunken, hieß es weiter. Die Zahl weicht deutlich von den Analystenschätzungen ab, die hier im Schnitt ein Wachstum von 0,5 Prozent erwartet hatten.
Prognosen optimistisch
„Technisch gesehen heißt das, daß Japan in einer Rezession ist. Wir haben jetzt drei Quartale negativen Wachstums", sagte Paul Sheard von Lehman Brothers Japan. Naoki Iizuka vom Dai-ichi Life Research Institute warnte dennoch vor Pessimismus. „Die Wirtschaft wird voraussichtlich im Zeitraum Januar bis März wachsen, wie den Prognosen für die Industrieproduktion und den Aufträgen im Maschinenbereich zu entnehmen ist.“ Auch der private Konsum werde wieder anziehen. Dieser sei Ende des vergangenen Jahres durch Einschränkungen nach Wirbelstürmen und einem großen Erdbeben im Norden des Landes belastet worden.
Für das Kalenderjahr 2004 liegt die Wachstumsrate in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt bei 2,6 Prozent - der stärkste Anstieg seit 1996. Allerdings ist dieser Wert vor allem starken Zahlen zu Anfang des vergangenen Jahres zu verdanken. Im Jahresverlauf schwächte sich die Konjunktur in Japan jedoch wieder ab. In der Euro-Zone betrug das Wachstum nach vorläufigen Zahlen 2,0 Prozent und in den USA 4,4 Prozent. Besonders negativ wirkte sich in Japan im Zeitraum von Oktober bis Dezember vergangenen Jahres die Zurückhaltung im privaten Verbrauch aus. Die Konsumausgaben, die gut die Hälfte der japanischen Wirtschaftsaktivität ausmachen, gingen in der Zeit um 0,3 Prozent zurück. Die negative Entwicklung der Netto-Exporte kostete 0,2 Prozent Wachstum.
Die Börse in Tokio hat am Mittwoch schwächer geschlossen. Der Nikkei-Index für die 225 führenden Werte gab um 0,38 Prozent oder 44,81 Punkte auf 11 601,68 Punkte nach. Der breit gefaßte Topix schwächte sich um 0,28 Prozent bzw. 3,25 Punkte auf 1 164,94 Punkte ab.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.393,92 | +1,25% |
| Dow Jones | 12.552,80 | +0,79% |
| EUR/USD | 1,2547 | +0,05% |
| Rohöl Brent Crude | 107,57 $ | +0,29% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
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