10.10.2005 · Die deutsche Wirtschaft steht nach Einschätzung des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft vor einer etwas kräftigeren Erholung im nächsten Jahr.
Das arbeitgebernahe Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) sieht Chancen für eine leichte konjunkturelle Erholung. Für das kommende Jahr rechnet das IW mit einem Wirtschaftswachstum von 1,1 Prozent nach 0,7 Prozent in diesem Jahr. Es gebe erste Ansätze für eine Belebung der Investitionstätigkeit, sagte IW-Direktor Michael Hüther am Montag in Berlin.
Der Export greife allmählich auf die Binnenkonjunktur über, wenn auch viel langsamer als früher. Hüther zeigte sich überzeugt, daß die Bundesregierung an einem „mittleren Reformpfad“ wie in der Agenda 2010 festhalten, den Haushalt konsolidieren und das öffentliche Defizit schon 2006 unter 3,0 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) senken werde.
Ein Konjunkturpfad ohne Geländer
„Es bietet sich das Bild eines Konjunkturpfades ohne Geländer. Es spricht viel für eine Belebung, aber es gibt auch Risiken rechts und links des Pfades“, sagte Hüther. Die neue Regierung solle den Beitrag zur Arbeitslosenversicherung um einen Prozentpunkt senken und dafür die Mehrwertsteuer um einen Punkt erhöhen. Sie müsse außerdem an der Vereinbarung des „Job-Gipfels“ vom März festhalten, die Körperschaftssteuer zu senken.
Hüther äußerte sich zuversichtlich, daß die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse nach dem starken Rückgang der vergangenen Jahre 2006 wieder steigen werde. Die Erholung der Konjunktur sei aber auch davon abhängig, daß die Lohnabschlüsse moderat blieben. Sie müßten sich noch stärker an der Lage des Einzelbetriebes orientieren. „Es wäre fatal, wenn in einem chancenreichen Umfeld bei den Arbeitskosten ein Rückschlag zu verzeichnen wäre“, warnte Hüther. Wenn sich die Perspektiven am Arbeitsmarkt nachhaltig besserten, würde auch der private Konsum wieder anziehen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2601 | +0,21% |
| Rohöl Brent Crude | 107,51 $ | +0,62% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
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