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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Konjunktur Inlandsnachfrage stabilisiert das Wachstum

23.11.2004 ·  Unterstützt wurde das minimale Wachstum der Wirtschaft um 0,1 Prozent im dritten Quartal durch Investitionen in Ausrüstungsgüter und einen verstärkten Lageraufbau, bei stagnierendem privaten Konsum.

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Die deutsche Wirtschaft ist im dritten Quartal wegen nachlassender Exporte kaum noch gewachsen. Volkswirte zeigten sich jedoch optimistisch, daß ein deutlicher Anstieg der Investitionen die langersehnte Belebung der Binnennachfrage signalisiert.

"Ausschlaggebend für das schwache Wirtschaftswachstum im dritten Quartal 2004 gegenüber dem Vorquartal waren - anders als in den vier vorangegangenen Quartalen - rückläufige Exporte", erklärte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden. Die Inlandsnachfrage legte jedoch um 2,1 Prozent zu, wobei die Ausrüstungsinvestitionen sogar um 4,1 Prozent kletterten.

Positives Signal von der Binnenwirtschaft

Ulrike Kastens von Sal. Oppenheim sprach von einem positiven Signal, schränkte aber zugleich ein: „Die anziehende Binnenwirtschaft kann kurzfristig die schwächere Dynamik im Außenhandel nicht völlig ausgleichen.“

Wie die Statistiker bereits vor knapp zwei Wochen mitgeteilt hatten, lag das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal um 0,1 Prozent über dem Vorquartal und 1,3 Prozent über dem Vorjahresquartal. Im zweiten Quartal war das BIP noch um 0,4 Prozent zum Vorquartal und um 1,9 Prozent zum Vorjahresquartal gewachsen.

Euro-Aufwertung und geringere weltweite Nachfrage

Nach Angaben des Amtes sanken die Exporte um 1,1 Prozent zum Vorquartal, während die Importe um 4,3 Prozent zulegten. Der Außenhandel reduzierte damit die Wachstumsrate um 1,9 Prozentpunkte. „Wir hatten zuletzt die Euro-Aufwertung und eine Verlangsamung der weltweiten Nachfrage. Diese Kombination tut der deutschen Wirtschaft weh", sagte Thomas Hueck von der Hypo-Vereinsbank. Weitere Exportrückgange erwartet er nicht, rechnet allerdings mit einer insgesamt nachlassenden Dynamik.

Im Gegensatz zum Außenhandel verzeichneten die Statistiker eine starke Zunahme der Inlandsnachfrage: „Entscheidend für den Anstieg der inländischen Verwendung im Berichtsquartal gegenüber dem zweiten Quartal 2004 waren die kräftig gestiegenen Ausrüstungsinvestitionen (plus 4,1 Prozent) und ein starker Vorratsaufbau".

Hoffung auf weitere Belebung bei den Ausrüstungsinvestitionen

"Bei den Ausrüstungsinvestitionen war klar: Da mußte etwas Ordentliches kommen nach den guten Exporten im ersten Halbjahr. Wir hatten hier eine richtige Lücke", sagte Hueck. Auch Kastens schöpfte Hoffnung aus den Investitionen: „Wir gehen weiter davon aus, daß wir im kommenden Jahr eine Belebung der Ausrüstungsinvestitionen sehen werden, die entscheidend sind für die Modernisierung des Standorts.“ Die Finanzierungsbedingungen seien günstig, die Firmen könnten auch aus eigener Kraft investieren und der Ersatzbedarf sei in allen Bereichen hoch.

Die privaten Konsumausgaben stagnierten dem Amt zufolge und die Konsumausgaben des Staates stiegen um 0,6 Prozent. Das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal hatte das Bundesamt bereits am 11. November gemeldet, allerdings ohne Details zu nennen.

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