09.03.2006 · Die deutsche Industrie hat zu Jahresbeginn ihre Produktion hochgefahren. Ökonomen nannten den Start ins neue Jahr „verheißungsvoll“ und halten den Aufschwung in der Industrie für ungebrochen.
Die deutsche Industrie hat zu Jahresbeginn ihre Produktion hochgefahren. Allerdings brach wegen des kalten Winterwetters die Produktion beim Bau ein und auch die Energiewirtschaft stellte deutlich weniger her.
Die Industrie stellte 1,3 Prozent mehr her als im Dezember, wobei alle Bereiche einen zum Teil kräftigen Produktionszuwachs verzeichneten, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Donnerstag mitteilte. Das gesamte Produzierende Gewerbe einschließlich Energiewirtschaft und Bau produzierte 0,1 Prozent weniger. Auch weil die Produktion schon im Dezember anders als bislang gemeldet gestiegen war, sahen das Ministerium wie auch Volkswirte die Industrie weiter auf Wachstumskurs. „Über den Aufschwung in der Industrie muß man sich keine Sorgen machen“, sagte Matthias Rubisch von der Commerzbank.
Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Volkswirte hatten im Schnitt einen Produktionsanstieg um 1,1 Prozent erwartet. Allerdings wurde die Produktion im Dezember von einem Rückgang um 0,5 Prozent auf einen Anstieg um 0,7 Prozent hochrevidiert. Damit legte die Erzeugung im weniger schwankungsanfälligen Zwei-Monats-Vergleich von Dezember und Januar zu den beiden vorangegangenen Monaten um 0,5 Prozent zu.
Aufschwung in der Industrie hält an
Im Januar fuhr das Baugewerbe seine Produktion um 7,3 Prozent zurück und die Energiewirtschaft drosselte ihren Ausstoß um 8,3 Prozent. „Die Kälte könnte auch im Februar den Bau belastet haben“, sagte Jörg Lüschow von der WestLB. Mit Blick auf die Energiewirtschaft betonte der Analyst, daß gerade in diesem Bereich die Daten oft noch stark revidiert würden. In der Industrie steigerten die Vorleistungsgüterproduzenten ihre Produktion um 0,5 Prozent, die Investitionsgüterhersteller legten um 2,2 Prozent zu. Konsumgüterhersteller produzierten 1,3 Prozent mehr, wobei die Produzenten von Gebrauchsgütern sogar 5,4 Prozent mehr herstellten.
Besonders wegen der guten Wirtschaftsstimmung und der prall gefüllten Industrie-Auftragsbücher erwarten Experten eine Fortsetzung des Aufschwungs. „Der Start ins neue Jahr war verheißungsvoll“, sagte Lüschow. Angesichts der revidierten Daten sei die
Wirtschaft möglicherweise anders als bisher gemeldet gegen Ende 2005 doch etwas gewachsen. Holger Schmieding von der Bank of America betonte, daß mit einem besseren Ergebnis für 2005 sich die Basis für das laufende Jahr erhöht: „Auch mehr als zwei
Prozent Wachstum im Gesamtjahr 2006 sind nicht unmöglich, wenn 2005 nach oben revidiert wird.“ Als erstes der führenden Forschungsinstitute erwartet nun das Kieler Institut für Weltwirtschaft mit 2,1 Prozent ein Wachstum über zwei Prozent.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.393,92 | +1,25% |
| Dow Jones | 12.552,80 | +0,79% |
| EUR/USD | 1,2547 | +0,05% |
| Rohöl Brent Crude | 107,57 $ | +0,29% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
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