19.12.2006 · Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Dezember überraschend deutlich aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg von 106,8 Punkten im Vormonat auf 108,7 Punkte. Volkswirte hatten einen geringeren Anstieg vorhergesagt.
Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Dezember überraschend deutlich aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sei von 106,8 Punkten im Vormonat auf 108,7 Punkte gestiegen, teilte das Ifo-Institut am Dienstag in München mit. Volkswirte hatten im Durchschnitt nur mit einem leichten Anstieg des
Index auf 107,0 Punkte gerechnet.
Insgesamt bewegt sich der Ifo-Index seit Herbst 2005 im Aufwärtstrend. „Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem außerordentlich starken Boom wie zuletzt 1990“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.
Aussichten und Lage positiv bewertet
Die befragten Unternehmen bewerteten sowohl ihre Geschäftsaussichten als auch ihre aktuelle Lage optimistischer. Der Teilindex für die Erwartungen auf Sicht von sechs Monaten stieg auf 102,5 von revidiert 100,2 Punkten im November, der Lageindex kletterte auf 115,3 von 113,9 Zählern.
Das monatlich unter rund 7000 Unternehmen erhobene Konjunkturbarometer gilt als wichtigstes Maß für die Stimmung in der deutschen Wirtschaft.
Nur geringe Belastung durch höhere Mehrwertsteuer
Die bevorstehende Mehrwertsteuererhöhung wird nach Einschätzung der Münchner Experten die deutsche Wirtschaft nur geringfügig belasten. „Die Mehrheitsmeinung der Unternehmen ist mittlerweile, daß die Konjunktur nicht abgewürgt wird“, sagte Ifo-Experte Klaus Abberger am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Die Industrie sei in einer starken Verfassung. Nur im Konsum werde sich in den ersten Monaten 2007 eine kleine Delle zeigen.
Mit dem jüngsten Kursanstieg des Euro können die Unternehmen Abberger zufolge noch über Monate leben. „Die Exporterwartungen sind weiter glänzend.“ Auch andere Experten erwarten nach der Ifo-Umfrage eine anhaltende Konjunkturerholung. „Der Aufschwung wird bis in das Jahr 2008 robust bleiben“, sagte Holger Schmieding von der Bank of America. Das schließe leichte Schwankungen im kommenden Jahr nicht aus.
Auch die Stimmung in der deutschen Dienstleistungsbranche hat sich im Dezember weiter verbessert. Die Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Geschäftslage zum vierten Mal in Folge günstiger und zeigten sich darüber hinaus auch zuversichtlicher bezüglich der Entwicklung in den kommenden sechs Monaten, heißt es in einer Mitteilung des Ifo-Instituts. An der Absicht, den Personalbestand aufzustocken, hielten sie nahezu unverändert fest.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.393,92 | +1,25% |
| Dow Jones | 12.552,80 | +0,79% |
| EUR/USD | 1,2547 | +0,05% |
| Rohöl Brent Crude | 107,57 $ | +0,29% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
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