http://www.faz.net/-gqe-748zd
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Veröffentlicht: 09.11.2012, 13:22 Uhr

Konjunktur hellt sich auf Sogar Chinas Wirtschaftsdaten gehorchen der Partei

Rechtzeitig zum Kongress der Kommunisten, die eine neue Führung bestimmen, gewinnt der Aufschwung in China an Fahrt - wenn man den offiziellen Zahlen trauen kann. Trotzdem muss die Führung dem Volk am Jahresende wohl das schwächste Wachstum seit 13 Jahren erklären.

von , Peking
© AFP Auffallend gutes Timing: Pünktlich zum Parteitag kommen gute Konjunkturdaten aus China.

Rechtzeitig zum Führungswechsel in China verbessern sich die wirtschaftlichen Aussichten in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Wenn man den offiziellen Daten vom Freitag trauen kann, dann wuchs die Industrieproduktion im Oktober um 9,6 Prozent und damit so stark wie seit fünf Monaten nicht. Der Einzelhandelsumsatz kletterte um 14,5 Prozent, was ebenfalls die Erwartungen übertraf. Die Inflation sei weiter gesunken, die Investitionen in die Infrastruktur und der Export hätten sich deutlich beschleunigt.

Christian Geinitz Folgen:

Nach Ansicht von Bankfachleuten deutet deshalb viel darauf hin, dass die Abkühlung zu Ende ist. Im vierten Quartal werde das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) wieder steigen, nachdem es zuvor sieben Quartale hintereinander gefallen war, hieß es. Im dritten Quartal war es mit 7,4 Prozent so schwach wie seit der Finanzkrise nicht, für das vierte werden 7,7 Prozent erwartet.

Exportziel für das Gesamtjahr nicht erreichbar

Trotz der Verbesserung könnte der BIP-Anstieg für das Gesamtjahr der niedrigste seit 13 Jahren werden. Der Export, neben den Anlageninvestitionen der wichtigste Wachstumstreiber, habe im Oktober im Vorjahresvergleich um mehr 11 Prozent zugelegt, teilte die Regierung vorzeitig mit. Das war zwar deutlich mehr als erwartet, dennoch hält Wirtschaftsminister Chen Deming das Ziel für das Gesamtjahr von 10 Prozent für nicht erreichbar, wie er am Freitag auf dem Parteitag der Kommunisten in Peking sagte. Dort werden eine neue Parteispitze und die neue Staats- und Regierungsführung für die kommenden zehn Jahre bestimmt. Der Export macht fast ein Drittel des BIP aus und beschäftigt 200 Millionen Menschen.

Der Aufschwung geht nach Ansicht von Analysten auch auf die Konjunkturpolitik und die lockere Geldpolitik zurück. Letztere kann sich die Zentralbank leisten, denn die Inflation sinkt weiter. Nach 1,9 Prozent im September betrug der Preisauftrieb im Oktober nur 1,7 Prozent im Jahresvergleich. Das war der schwächste Wert seit fast drei Jahren. 2011 hatte er noch bis zu 6,5 Prozent erreicht.

Die Regierungsinvestitionen zur Stützung des Aufschwungs fließen vor allem in die Infrastruktur. Das schlägt sich im unerwartet starken Anstieg der Anlageninvestitionen nieder. In den ersten zehn Monaten nahmen sie um 20,7 Prozent zu, schneller als zuvor und als vorhergesagt. Die Investitionsausgaben der Zentralregierung stiegen in dieser Zeit den Zahlen zufolge um 5,1 Prozent, doppelt so stark wie in den ersten neun Monaten.

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.net

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Erdogan Die Türkei zerstört ihr Wirtschaftswunder

Präsident Erdogan hat die Wirtschaft angekurbelt wie keiner zuvor. Jetzt stürzt er sein Land ins Chaos – und könnte in eine ökonomische Falle laufen. Mehr Von Dyrk Scherff

24.07.2016, 14:10 Uhr | Wirtschaft
Kammerphilharmonie Bremen Rebellen im Kulturbetrieb

In Bremen spielt eines der besten Orchester der Welt. Dahinter steckt ein besonderes Gesellschaftermodell mit Musikern in Doppelfunktion. Mehr

25.07.2016, 15:50 Uhr | Wirtschaft
Kontron Kleincomputerbauer feuert seinen Chef

Der Finanzvorstand hat unlängst seinen Hut genommen, nun muss auch der Chef gehen: Der Kleincomputerbauer Kontron bekommt eine komplett neue Führung. Mehr

26.07.2016, 07:57 Uhr | Wirtschaft
Übernahme durch Verizon Yahoo verliert seine Eigenständigkeit

20 Jahre nach Firmengründung ist das ein schwerer Schlag für Yahoo. Nachdem Anfang des Jahres bereits die Streichung von 1700 Stellen angekündigt worden war, wird das Unternehmen jetzt für 5 Milliarden Dollar von Verizon übernommen. Mehr

25.07.2016, 19:50 Uhr | Wirtschaft
Kult-Konzern in der Krise Apple verkauft weniger iPhones und Uhren

Apple vermeldet zum zweiten Mal hintereinander miserable Zahlen. Selbst ein neues Modell hat keinen Schub gebracht. Mehr Von Roland Lindner, New York

26.07.2016, 23:07 Uhr | Wirtschaft

Die Chancen der „Gig-Economy“

Von Britta Beeger

Fest angestellt sind Lieferanten von Online-Plattformen wie Uber meist nicht. Ihre Arbeitskräfte abzusichern, kann sich für Vermittlungsdienste jedoch lohnen. Mehr 1 4

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden

Grafik des Tages Vier Milliarden für die Türkei

Die Europäische Union lockt Beitrittsländer mit Geld. Vor allem die Türkei hat viel Geld in Aussicht gestellt bekommen für die nächsten Jahre. Mehr 19