30.05.2005 · Das Handwerk hat ein schlechtes erstes Quartal 2005 hinter sich. Das Geschäftsklima hat sich noch mehr abgekühlt als saisonüblich. Der Beschäftigungsabbau wird weitergehen. Aber es gibt auch Positives.
Das deutsche Handwerk rechnet unverändert mit einer Verringerung des Umsatzes um rund 4,7 Milliarden Euro oder ein Prozent im Gesamtjahr 2005, obwohl sich das Geschäftsklima im 1. Quartal 2005 „über das saisonübliche Maß hinaus abgekühlt“ habe.
Wie der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) am Montag in Berlin als Ergebnis seiner jüngsten Konjunkturumfrage unter rund 22.500 Betrieben weiter bekanntgab, sei das Klima in Ostdeutschland auf den niedrigsten Stand seit der Konjunkturerhebung gefallen.
Beschäftigungsabbau geht weiter, wird aber langsamer
Der ZDH bekräftige trotz der Klimaverschlechterung auch seine Erwartung, daß sich der Beschäftigungsabbau im laufenden Jahr auf 100.000 Personen verlangsamen werde, was ein Minus von zwei Prozent bedeute, erklärte ZDH-Generalsekratär Hanns-Eberhard Schleyer laut seinem Manuskript.
Der ZDH halte trotz des schlechten 1. Quartal an seiner Prognose für 2005 fest, weil es auch „positive Aspekte“ gebe. Zum einen sei das 1. Quartal durch die sehr kalte Witterung geprägt gewesen, unter der besonders das Bauhandwerk gelitten habe. Zum anderen gebe es die positiven Signale, die vom Job-Gipfel ausgingen. Schleyer betonte, daß die Maßnahmen bei der Körperschaftssteuer, der Gewerbesteuer und Erbschaftssteuer gerade für das Handwerk wichtig seien. Es sei noch möglich, sie vor den geplanten Neuwahlen umzusetzen.
Steuererhöhungen Gift für die Wirtschaft
Schleyer warnte vor Steuererhöhungsdiskussionen. Sie seien in der gegenwärtigen Situation Gift für die Wirtschaft. Das gelte vor allem für eine Mehrwertsteuererhöhung, die gerade das Handwerk und den Handel treffen würde. Wegen der „katastrophalen Auftragslage“ drängt der ZDH auf eine „kurzfristige Reaktion“ von der Politik. So sollen die steuerlich absetzbaren haushaltnahen Dienstleistungen auf Modernisierung und Instandhaltung ausgeweitet werden. Auch das Forderungssicherungsgesetz, das das Handwerk vor Zahlungsverzögerungen und -ausfällen schütze, sei kurzfristig realisierbar.
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