15.02.2005 · Die Chancen auf eine baldige Rückkehr der deutschen Wirtschaft auf Wachstumkurs haben sich nach Einschätzung von Finanzmarktexperten seit Jahresanfang verbessert.
Die Chancen auf eine baldige Rückkehr der deutschen Wirtschaft auf Wachstumkurs haben sich nach Einschätzung von Finanzmarktexperten seit Jahresanfang verbessert.
Der Saldo der Konjunkturerwartungen der vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) befragten Analysten und institutionellen Anleger stieg nach ZEW-Angaben vom Dienstag im Februar auf 35,9 von 26,9 Punkten im Januar. „Die Erwartungen der Finanzanalysten deuten erfreulicherweise auf eine stabilere Aufwärtsentwicklung der Binnenkonjunktur hin, als von Skeptikern vermutet wurde", erklärte ZEW-Chef Wolfgang Franz. Der Indikator lag im Februar erstmals seit September 2004 auch wieder über seinem langfristigen Durchschnitt von 34,4 Punkten.
„Das BIP wirbelt alles durcheinander“
„Wir hatten damit gerechnet, daß die Erwartungskomponente des ZEW sich weiter verbessert. Nach den BIP-Zahlen heute könnte es im nächsten Monat aber zu einer Korrektur kommen, weil der BIP-Rückgang im vierten Quartal von den meisten Analysten nicht erwartet worden ist“, kommentierte Ulrike Kastens von Sal. Oppenheim die Zahlen. „Viele werden sich fragen, ob die Binnenwirtschaft so dynamisch wachsen wird, wie sie das bisher erwartet haben: Das BIP wirbelt alles durcheinander.“
Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt nur einen Anstieg des ZEW-Indikators auf 30 Punkte erwartet. Nach jüngsten Daten des Statistischen Bundesamtes war die deutsche Wirtschaftsleistung im Schlußquartal 2004 völlig überraschend um 0,2 Prozent gesunken. Insgesamt war die Wirtschaft 2004 nur um 1,6 Prozent und nicht wie noch Mitte Januar geschätzt um 1,7 Prozent gewachsen.
Den Anstieg des Indikators begründet Jan-Paul Ritscher von der HSH Nordbank mit gestiegen Auftragseingängen im Dezember und „positiven Produktionszahlen, die zu einer besseren Stimmung der Unternehmen und der Analysten geführt haben“. Der ZEW-Indikator wäre nach Ritschers Ansicht aber „nicht so toll ausgefallen, wenn das BIP im vierten Quartal vorher bekannt gewesen wäre.“
Gegenwart weniger pessimistisch
Die gegenwärtige wirtschaftliche Lage bewerteten die Finanzmärkte im Februar aber nicht mehr ganz so pessimistisch: Der entsprechende Indikator stieg auf minus 58,7 von minus 61,2 Punkten. Volkswirte hatten hier einen leichten Anstieg erwartet. Die Konjunkturerwartungen für die Euro-Zone legten dem ZEW zufolge um rund sechs Punkte auf 36 Zähler zu.
Der Saldo der Konjunkturerwartungen gibt die Differenz der positiven und negativen Einschätzungen der rund 300 monatlich vom ZEW befragten Experten für die Wirtschaftsentwicklung in sechs Monaten wieder.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.788,80 | +0,59% |
| FAZ-INDEX | 1.515,08 | +0,60% |
| TecDAX | 773,23 | −0,05% |
| MDAX | 10.356,30 | +0,39% |
| SDAX | 5.020,58 | +1,11% |
| REX | 421,13 | +0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.522,34 | +0,37% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 81,31 | +0,42% |
| Dow Jones | 12.890,50 | +0,05% |
| Nasdaq 100 | 2.563,93 | +0,72% |
| S&P500 | 1.351,95 | +0,15% |
| Nikkei225 | 9.002,24 | −0,15% |
| EUR/USD | 1,3279 | −0,03% |
| Rohöl Brent Crude | 118,69 $ | +0,71% |
| Gold | 1.748,00 $ | +0,11% |
| Bund Future | 137,23 € | −0,37% |