24.05.2005 · Der Konjunkturindikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung ist im Mai abermals gesunken. Die Aussicht auf Neuwahlen hat einen schlimmeren Einbruch allerdings verhindert.
Die jüngsten Sorgen am Finanzmarkt über die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland haben sich im Mai verstärkt. Die Aussicht auf Neuwahlen im Herbst hellte die Stimmung der vom ZEW befragten Finanzmarktexperten zuletzt jedoch etwas auf.
Die Furcht vor einer Abschwächung der Weltwirtschaft drückte den Saldo der Konjunkturerwartungen unerwartet auf 13,9 Punkte, nachdem er bereits im April auf 20,1 Zähler eingebrochen war, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag mitteilte. „Die weiter eingetrübten Konjunktureinschätzungen geben Anlaß zur Sorge", erklärte ZEW-Präsident Wolfgang Franz, der auch Wirtschaftsweise ist.
Aussicht auf Neuwahlen hebt die Stimmung
Beim ZEW hieß es, 38 der 298 Antworten seien nach den bekannt gewordenen Plänen einer vorgezogenen Bundestagswahl eingegangen. Der ZEW-Indikator wäre insgesamt gestiegen, wenn alle Antworten so spät eingegangen wären, hieß es weiter. Auch Analyst Bernd Weidensteiner sagte: „Das Hick-Hack in der deutschen Politik hat die Erwartungen eingetrübt - aber jetzt könnten sich die Befürchtungen durch die Neuwahlen etwas lösen.“ Der Bund-Future stieg nach den schwachen Zahlen auf ein Rekordhoch.
Durch den Rückgang entfernte sich der Index weiter von seinem langjährigen Durchschnitt von gut 34 Zählern. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten wegen des Ölpreis-Rückgangs und den steigenden Aktienkursen im Schnitt mit einem leichten Anstieg auf 22,0 Zähler gerechnet. „Der ZEW-Rückgang entspricht den schwachen anderen Frühindikatoren - wie dem Ifo und den Einkaufsmanager-Indizes - und deutet auf schwache Wachstumsdynamik im Rest des Jahres hin", sagte Weidensteiner. Auch Andreas Scheuerle von der DekaBank bezeichnete den Stimmungsrückgang als Warnsignal: „Es ist in Deutschland von entscheidender Bedeutung, wie die Stimmung bei den Haushalten und Unternehmen ist, denn wenn ich keine positiven Erwartungen habe, dann investiere ich nicht.“
Gegenwärtig Lage nicht mehr so skeptisch gesehen
Die gegenwärtige wirtschaftliche Lage bewerteten die rund 300 monatlich vom ZEW befragten Experten nicht mehr ganz so skeptisch: Der entsprechende Indikator kletterte auf minus 69,3 von minus 73 Punkten. Der Saldo der Konjunkturerwartungen für die Euro-Zone - also die Differenz der positiven und negativen Einschätzungen - verschlechterte sich um 9,8 auf 14,8 Zähler.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.395,65 | +1,37% |
| Dow Jones | 12.566,70 | +0,90% |
| EUR/USD | 1,2541 | 0,00% |
| Rohöl Brent Crude | 107,63 $ | +0,34% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
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