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Konjunktur Erholung der deutschen Industrie gestoppt

01.12.2004 ·  Der Anstieg des Euro und die Flaute in der Binnenwirtschaft hat die Erholung der deutschen Industrie unerwartet im November zum Stillstand gebracht. Selbst die größten Pessimisten hat dies nicht erwartet.

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Der Anstieg des Euro und die Flaute in der Binnenwirtschaft haben die Erholung der deutschen Industrie unerwartet im November abrupt zum Stillstand gebracht.

Der Reuters-Einkaufsmanagerindex (EMI) rutschte auf 49,9 von 52,8 Punkten und signalisierte damit ein Ende des seit gut einem Jahr andauernden Wachstums, wie das britische Forschungsinstitut NTC am Mittwoch mitteilte, das den Index für Reuters ermittelt . Werte unter 50 signalisieren ein Schrumpfen der Geschäftstätigkeit, Werte darüber einen Zuwachs.

So viele Entlassungen wie seit einem Jahr nicht mehr

„Die deutschen Industrieunternehmen reduzierten im November aufgrund des Rückgangs bei den Neuaufträgen zum ersten Mal seit 15 Monaten ihre Produktion", berichtete NTC. Wegen der Flaute entließen die Firmen so viele Mitarbeiter wie seit einem Jahr nicht mehr.

Ken Wattret von BNP Paribas bezeichnet die November-Ergebnis des EMI als „erschreckend schlecht“. „Wir hatten mit Abwärtsrisiken gerechnet, aber die Zahlen sind verstörend schwach. Es ist besonders Besorgnis erregend, daß die Aufträge, ein Signal für den Schwung nach vorne, gesunken sind. Da gibt es keinen Hoffnungsschimmer“, sagte Wattret.

Große Enttäuschung nicht nur in Deutschland, auch in der Euro-Zone

Ähnlich äußert sich Bernd Weidensteiner von der DZ Bank: „Die EMIs sind eine große Enttäuschung nicht nur in Deutschland, sondern auch in der restlichen Euro-Zone. Der Hauptgrund ist der starke Euro, der die Produktion und den Auftragseingang unter Druck bringt.“

Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Volkswirte hatten lediglich damit gerechnet, daß der PMI auf 52,0 Zähler nachgibt. Das Umfrage-Ergebnis fiel sogar noch deutlich schlechter aus als die pessimistischste Prognose.

Rückgang bei den Neuaufträgen als Ursache

Der Index für die Produktion fiel auf 49,3 von 54,1 Punkten. Während die Hersteller von Investitionsgütern ihre Produktion nur deutlich langsamer ausweiteten als im Oktober, produzierten die Hersteller von Konsum- und Vorleistungsgütern weniger.

„Hauptursache für die Geschäftseinbußen war ein unerwarteter Rückgang bei den Neuaufträgen, für den in erster Linie der starke Außenwert des Euro gegenüber dem Dollar verantwortlich war", erläuterte NTC. Der Index Neuaufträge brach ein auf 48,8 von 53,3 Zählern. Besonders scharfe Einbußen erlitten die Firmen im Inlandsgeschäft, während sich die Zunahme der Aufträge aus dem Ausland lediglich abschwächte. Viele der rund 500 befragten Firmen beklagten, daß der starke Euro nicht nur das Exportgeschäft erschwere, sondern auch den Wettbewerb im Inland verschärfe.

Hohe Einkaufspreise machten den Firmen auch im November zu schaffen. Der Rückgang des entsprechenden Index auf 71,0 von 76,7 Punkten signalisierte jedoch, daß die Preise etwas langsamer kletterten. Trotz des Kostendrucks gelang es nur noch wenigen Firmen, ihre Preise zu erhöhen. Viele Unternehmen sahen sich daher weiter zu Einsparungen und Rationalisierungen gezwungen, was sich auch in ihrem Personalbestand niederschlug: Der Index Beschäftigung sank auf 47,2 von 49,3 Punkten.

Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters
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