02.02.2005 · Der Umsatz im deutschen Einzelhandel im Dezember 2004 war so schwach wie seit zehn Jahren nicht. Das Weihnachtsgeschäft enttäuschte die Experten.
Entgegen der Erwartungen hat das Weihnachtsgeschäft den Umsatz der deutschen Einzelhändler nicht beflügelt. Für das Gesamtjahr 2004 mußte die Branche im dritten Jahr in Folge ein deutliches Umsatzminus hinnehmen.
Von November auf Dezember stagnierte der Umsatz nominal und sank ohne Preisveränderungen (real) um 0,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Damit verbuchten die Geschäfte 2004 ein nominales Umsatzminus von 1,6 Prozent und ein reales Minus von 1,7 Prozent.
Dezember so schwach wie seit zehn Jahren nicht
Im Dezember lag der Umsatz nominal 2,3 und real 2,7 Prozent unter dem Stand des Vorjahresmonats. „Damit wurde im Dezember 2004 nominal und real ein Umsatzergebnis erzielt, das in den letzten zehn Jahren noch nie so niedrig ausfiel", erklärten die Statistiker. Dabei habe der Dezember sogar noch einen Verkaufstag mehr als 2003 gehabt.
Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Experten hatten für Dezember einen realen monatlichen Umsatzanstieg um 1,7 Prozent und ein Plus zum Vorjahresmonat um 0,8 Prozent erwartet. Im November war der Einzelhandels-Umsatz zum Vormonat kassenmäßig bereits um zwei Prozent und real um 1,7 Prozent zurückgegangen, hatte aber leicht über dem Vorjahresstand gelegen.
Nicht zuviel auf das geben, was die Verbände sagen
Ralph Solveen, Ökonom der Commerzbank, wertet die Zahlen aus dem Einzelhandel als enttäuschend und als Bestätigung des allgemeinen Bildes, das die Konjunktur derzeit abgibt. Er bringt zugleich in Erinnerung, daß der Einzelhandelsverband im Dezember noch das Weihnachtsgeschäft als besonder gut gefeiert hatte: „Die Zahlen zeigen, daß man leider nie zu viel darauf geben sollte, was die Verbände sagen. Der schwache Umsatz ist natürlich eine Enttäuschung, aber es paßt eigentlich besser ins gesamte Konjunkturbild als ein tolles Weihnachtsgeschäft. Mir wäre auch nicht ganz klar gewesen, warum das plötzlich so toll hätte laufen sollen. Insgesamt sieht es damit aber für das vierte Quartal noch einmal etwas schlechter aus als gedacht.“
Andreas Rees von der Hypo-Vereinsbank hält die Zahlen für eine „faustdicke Überraschung“. Verweist aber darauf, daß der Vormonat etwas nach oben revidiert wurde, was technisch etwas Umsatz im Dezember gekostet habe.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.395,65 | +1,37% |
| Dow Jones | 12.566,70 | +0,90% |
| EUR/USD | 1,2541 | 0,00% |
| Rohöl Brent Crude | 107,63 $ | +0,34% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
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