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Konjunktur DIHK: Deutsche Wirtschaft bleibt auf Wachstumskurs

16.02.2005 ·  Die Konjunkturerholung wird sich nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages fortsetzen. Erstmals seit vier Jahren sei auch wieder mit einer Belebung der Binnenwirtschaft zu rechnen.

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Trotz der enttäuschenden Entwicklung kurz vor Jahreswechsel bleibt die deutsche Wirtschaft nach eigener Einschätzung auf Wachstumskurs. Ein Rückfall in Stagnation oder gar in eine Rezession drohe nicht, erklärte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag am Mittwoch nach Auswertung seiner Neujahrsumfrage unter mehr als 25.000 Firmen. Auch nach der amtlichen Korrektur der Wirtschaftsleistung für 2004 blieb der DIHK bei seiner Prognose von 1,5 Prozent Wachstum in diesem Jahr.

Der DIHK sieht ungeachtet des schwachen letzten Quartals 2004 keinen Grund für Pessimismus: „Die Konjunktur hat zu Jahresbeginn wieder etwas an Fahrt aufgenommen.“ Die Stimmung der Unternehmen habe sich aufgehellt, fast alle Kerndaten zeigten nach oben und „der Wachstumspfad ist breiter geworden“. Allerdings sei keine „merkliche Wachstumsbeschleunigung“ und ein Ende der Arbeitsmarktkrise in Sicht.

Wachstumsbeitrag vom Binnenmarkt erwartet

Das für die Bundesrepublik typische Muster, daß die Exporte den Binnenmarkt beflügeln, tritt laut DIHK nun doch allmählich ein: Erstmals seit vier Jahren bringt die Inlandsnachfrage der Umfrage zufolge einen nennenswerten Wachstumsbeitrag. Sie ziehe so stark an, daß sie Exporteinbußen vollständig auffangen könne. Hinzu komme eine „Renaissance“ bei den unternehmerischen Investitionen. Der Investitionsstau, der bis auf Anfang 2001 zurückgehe, löse sich zunehmend auf.

Zum ersten Mal seit vier Jahren war die Zahl der Betriebe, die ihre Geschäftslage positiv einschätzen, höher als die jener Firmen, die sie pessimistisch beurteilen. Aus dem schwachen Endquartal 2004 „läßt sich deshalb kein genereller Konjunkturpessimismus ableiten“, sagte DIHK-Chefvolkswirt Axel Nitschke. „Es gibt keine Rezessionsgefahr. Wir sehen maximal das Risiko eines Rückfalls in Stagnation.“ Doch dieses so gering, daß der DIHK nicht ernsthaft erwägen müsse, seine im Herbst aufgestellte Prognose für 2005 zurückzunehmen.

Stellenabbau geht weiter

Fast ein Drittel (27 Prozent) der Unternehmen planen Stellenabbau, elf Prozent Einstellungen. DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben nannte es alarmierend, daß „der Keilriemen zwischen Konjunkturmotor und Arbeitsmarkt gerissen ist“. Weder der Exportboom noch die anziehende Inlandsnachfrage sorge für mehr Jobs in Deutschland. Schuld seien Strukturprobleme des Arbeitsmarktes und zu hohe Unternehmensteuern. Außerdem investierten heimische Unternehmen nach wie vor verstärkt im Ausland.

Das Statistische Bundesamt hatte am Dienstag bekannt gegeben, daß die deutsche Wirtschaft 2004 nicht um 1,7 Prozent, sondern um 1,6 Prozent zugelegt hatte. Die Behörde führte dies auf mangelnde Investitionen und die lahmende Inlandsnachfrage zurück. Wirtschaftswissenschaftler hatten daraufhin erklärt, es sei ein Einbruch der Konjunkturerholung oder gar eine Rezession möglich.
Der DIHK sieht die Mutmaßungen durch die Umfrage widerlegt. Bei der Inlandsnachfrage warnte er jedoch vor verfrühtem Jubel. Wegen der anhaltend hohen Arbeitslosigkeit werde sich der private Konsum nur zögerlich erholen. Der Export ist den Angaben zufolge trotz des starken Euro „sehr widerstandsfähig“ und „bleibt die stärkste Konjunkturkraft“. Dies beweise die „gestiegene Wettbewerbsfähigkeit deutscher Anbieter“.

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