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Konjunktur "Deutschland schleppt sich über die Runden"

09.05.2005 ·  Das Institut der deutschen Wirtschaft senkt seine Wachstumsprognose. Eine markante Erholung in der zweiten Jahreshälfte sehen die Ökonomen nicht. Grund für die mangelnde Dynamik der Wirtschaft sei eine Krise des Vertrauens.

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Das fehlende Vertrauen von Investoren und Konsumenten in die wirtschaftliche Zukunft des Landes verhindert nach Einschätzung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) einen Aufschwung in Deutschland.

Angesichts des eingetrübten Wirtschaftsklimas rechnet das IW in seiner am Montag in Berlin vorgestellten Prognose nur noch mit einem Wachstum von 0,75 Prozent in diesem und etwa einem Prozent im kommenden Jahr. „Eine markante Erholung in der zweiten Jahreshälfte 2005 sehen wir derzeit nicht", sagte IW-Chef Michael Hüther. „Vielmehr schleppt sich Deutschland über die Runden. Daran wird sich auch im Jahr 2006 nichts Grundsätzliches ändern.“ Vor allem die Unternehmen hielten sich mit Investitionen zurück. Dadurch bleibe die Wende am Arbeitsmarkt aus, was wiederum die Konsumfreude der Bürger bremse. Rettungsanker der deutschen Konjunktur bleibe der Export.

Rahmenbedingungen für Investitionen weiter günstig

Noch im April hatte das IW angesichts wieder besserer Investitionsneigung der Unternehmen ein Wachstum von einem bis 1,5 Prozent für möglich gehalten. Dabei seien die Rahmenbedingungen für Investitionen weiter günstig, betonte Hüther. Trotzdem trauten sich die Firmen nicht, überfällige Modernisierungen und Kapazitätsausweitungen anzugehen. „Offensichtlich gibt es ein Vertrauensproblem.“ Vor diesem Hintergrund rechnet das IW nur mit einem Zuwachs der Ausrüstungsinvestitionen um drei Prozent in diesem und vier Prozent im kommenden Jahr. Gleichzeitig schrumpften die Bauinvestitionen weiter.

Mit seiner neuen Prognose liegt das IW im Rahmen des Frühjahrsgutachtens der sechs führenden Forschungsinstitute. Die Bundesregierung hält ein Wachstum von etwa einem Prozent für möglich.

Keine Wende am Arbeitsmarkt

Angesichts der trüben Wachstumsaussichten rechnet das IW nicht mit einer Wende am Arbeitsmarkt. 2005 werde die Arbeitslosigkeit im Schnitt bei 4,8 Millionen liegen und 2006 nur auf 4,7 Millionen sinken. „Diese schwache Erholung am Arbeitsmarkt ist schließlich auch der Hauptgrund für die nicht Fahrt aufnehmende Konsumkonjunktur", sagte Hüther. Für 2005 erwartet das Institut nur einen Zuwachs der privaten Konsumausgaben um 0,5 Prozent, für 2006 ein Plus von 0,75 Prozent. „Das Wachstum der deutschen Wirtschaft hängt auch in absehbarer Zeit am Tropf der weiterhin guten Weltkonjunktur", erklärte Hüther. Sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr steige der Export um 4,5 Prozent.

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Von Holger Steltzner

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