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Konjunktur Deutsche Wirtschaft wächst um 0,4 Prozent

 ·  Exporte boomen, der private Konsum belebt sich, Unternehmen investieren mehr als zuvor: positive Impulse für die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal. Doch im März ließ die Kraft des Aufschwungs nach.

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Die deutsche Wirtschaft ist zum Jahresauftakt trotz steigender Investitionen etwas weniger stark gewachsen als angesichts der blendenden Unternehmensstimmung erhofft worden war. Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) erhöhte sich im ersten Vierteljahr saison- und kalenderbereinigt um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte.

„Neben dem Außenhandel trugen vor allem die privaten Konsumausgaben und die Ausrüstungsinvestitionen zur wirtschaftlichen Belebung zu Beginn des Jahres 2006 bei.“ Im vierten Quartal hatte die Wirtschaftsleistung nur stagniert. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich die Wirtschaftsleistung um den Effekt zusätzlicher Arbeitstage bereinigt um 1,4 Prozent. Wegen drei zusätzlicher Arbeitstage lag das unbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) im laufenden Jahr sogar 2,9 Prozent höher - der höchste Wert seit sechs Jahren. Die Wirtschaftsleistung erbrachten 38,3 Millionen Erwerbstätige und damit 55.000 weniger als vor einem Jahr.

Im Euro-Raum wuchs die Wirtschaft um 0,6 Prozent nach 0,3 Prozent Ende 2005. Nach Worten von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet
bestätigten diese Daten die Konjunktureinschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) einer sich festigenden Konjunktur. Trichet bekräftigte die Sorge der Notenbank vor einer anziehenden Inflation und signalisierte erneut mit der Betonung der großen Wachsamkeit der EZB eine bevorstehende Zinsanhebung (Wieder ein Schritt zum Zinsschritt; siehe dazu auch: Märkte rätseln nach Zinsschritt über Kurs der Fed sowie Ökonomen kritisieren zuviel Kommunikation der EZB).

„Noch recht schöne Zahlen“

„Das ist schon ein guter Start ins Jahr, der allerdings hinter den Erwartungen zurückbleibt“, sagte Sebastian Wanke von der DekaBank. Überraschend sei aber, daß die Bürger offenbar wieder mehr Geld ausgegeben haben. Der kalte Winter habe aber den Bau und damit wohl das Wachstum gebremst. Norbert Braems von Sal. Oppenheim sagte: „Wir starten damit recht schwach ins Jahr. Mehr als zwei Prozent Wachstum im Gesamtjahr werden da nicht drin sein. Ansonsten bräuchten wir eine signifikante Beschleunigung im Jahresverlauf.“ Gerd Hassel von der BHF-Bank sprach von „durchaus noch recht schönen Zahlen“. Nach den schwachen Produktionszahlen vom März sei das Wachstum sogar „überraschend hoch“ ausgefallen.

Von Reuters befragte Volkswirte hatten im Mittel einen Anstieg um 0,6 Prozent erwartet, das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung war von einem Zuwachs um 0,5 Prozent ausgegangen. Unerwartet schwache Industriedaten und starke Importe hatten allerdings Zweifel gesät (siehe dazu den F.A.Z.-Konjunkturindikator: F.A.Z.-Indikator: Der Aufschwung verläuft nicht stürmisch). „Vor einer Woche wären wir noch enttäuscht gewesen“, sagte Wanke weiter. Die von Rekord zu Rekord eilenden Unternehmensumfragen wie das Ifo-Geschäftsklima hatten in den vergangenen Monaten für Wachstumszuversicht gesorgt. Während führende Wirtschaftsforscher und die Bundesregierung ein Wachstum zwischen 1,5 und 2,0 Prozent erwarten, halten einige einen Zuwachs von über zwei Prozent für möglich.

Die Bundesregierung interpretierte die Zahlen des Statistischen Bundesamtes als Bestätigung ihrer Wachstumsprognose. Sie bestätigten die Frühjahresprojektion, der für das gesamte Jahr ein Anstieg von 1,6 Prozent zu Grunde liege, erklärte Glos. „Die gute Stimmung in der deutschen Wirtschaft wird zunehmend durch positive Daten untermauert. Die konjunkturelle Aufwärtsentwicklung wird die Belebung am Arbeitsmarkt zusätzlich unterstützen“, meinte er.

Weitere Details zum BIP im ersten Quartal will das Statistikamt am 23. Mai veröffentlichen.

Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters, AP
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