08.06.2004 · Die Produktion in Deutschland ist im April weit kräftiger gestiegen als erwartet. Volkswirte sprachen von einem guten Start ins zweite Quartal.
Die Produktion in Deutschland ist im April weit kräftiger gestiegen als erwartet. Volkswirte sprachen von einem guten Start ins zweite Quartal und äußerten die Hoffnung auf ein allmähliches Anziehen der Binnennachfrage.
Das Produzierende Gewerbe stellte saisonbereinigt 2,2 Prozent mehr her als im März, wie das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) am Dienstag mitteilte.
„Mit Schwung ins zweite Quartal“
„Das ist eine Superzahl. Wir starten mit einem sehr guten Schwung ins zweite Quartal", sagte Dieter Wermuth von United Financial of Japan. Dabei verzeichnete die Industrie mit 2,5 Prozent den größten Produktionszuwachs, der Bau produzierte 1,7 Prozent mehr und die Energiewirtschaft fuhr die Erzeugung um 0,2 Prozent hoch.
Im weniger schwankungsanfälligen Zwei-Monatsvergleich März/April gegen Januar/Februar ging die Produktion um 0,1 Prozent zurück. Das Ministerium führte dies vor allem auf das kräftige Minus im Bau von gut neun Prozent zurück.
Auftragseingänge ebenfalls positiv
Am Freitag waren bereits Daten zum Auftragseingang der Industrie unerwartet gut ausgefallen. Die Branche hatte im April 2,5 Prozent mehr Bestellungen als im Vormonat erhalten und Auftragszuwächse in allen Teilbereichen verzeichnet. Frühindikatoren hatten auch für Mai bessere Geschäfte und wachsende Auftragszahlen in der Industrie ausgewiesen.
„Sehr erfreulich ist, daß die Investitionsgüter nach dem Plus im Vormonat auch im April noch einmal gestiegen sind", sagte Andreas Scheuerle von der DekaBank zu den Produktionsdaten. Die Hersteller von Investitionsgütern produzierten 2,5 Prozent mehr.
Während Scheuerle davon ausgeht, daß die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal wie zu Jahresanfang um 0,4 Prozent wachsen könnte, hielt sein Kollege Tobias Basse von der NordLB Schlußfolgerungen für das Wachstum im laufenden Quartal noch für verfrüht. „Aber eine Wachstumsbeschleunigung ist nach diesen Zahlen eher wahrscheinlicher geworden", räumte Basse ein. Die meisten Ökonomen erwarten wie die Bundesregierung ein Wachstum von rund 1,5 Prozent in diesem Jahr.
Volkswirte schauen auf die Binnennachfrage
Umstritten ist bei Volkswirten, ob die Daten signalisieren, daß die vom Außenhandel getragene Erholung nun auch langsam auf die Binnennachfrage überspringt. „Insgesamt scheinen wir getragen von den Exporten doch so langsam positive Impulse in Deutschland zu sehen", sagte Basse.
„Alle Sparten waren im positiven Bereich - auch die Konsumgüterproduktion", betonte auch Scheuerle. „Das könnte ein Hinweis sein, daß der private Konsum im zweiten Quartal besser wird.“ Pessimistischer äußerte sich hingegen Wermuth: „Der Funke ist aber noch nicht so richtig übergesprungen. Sonst wäre ja auch der Arbeitsmarkt etwas besser.“
Ihre relativ optimistischen Prognosen für die deutsche Wirtschaft bestätigt sehen auch Ralph Solveen und Elisabeth Andreae von der Commerzbank. Die neuen Daten seien erfreulich und verstärkten den guten Eindruck, den die Auftragseingangsdaten zuletzt hinterlassen hätten, kommentierten die beiden Volkswirte. Damit stehen ihrer Auffassung nach auch die offiziellen - harten - Zahlen wieder in besserem Einklang mit den Stimmungsindikatoren.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.395,71 | +1,38% |
| Dow Jones | 12.563,00 | +0,87% |
| EUR/USD | 1,2541 | 0,00% |
| Rohöl Brent Crude | 107,63 $ | +0,34% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
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