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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Konjunktur Deutsche Industrie nimmt wieder Fahrt auf

 ·  Die deutsche Industrie gewinnt auch dank zunehmender heimischer Nachfrage an Fahrt und stellt wieder Mitarbeiter ein. Auch in der gesamten Euro-Zone laufen die Geschäfte deutlich besser als zuletzt.

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Die deutsche Industrie gewinnt auch dank zunehmender heimischer Nachfrage an Fahrt und stellt wieder Mitarbeiter ein. Auch in der gesamten Euro-Zone laufen die Geschäfte deutlich besser als zuletzt.

Der Einkaufsmanagerindex (EMI) für Deutschland stieg im Oktober um 2,1 auf 53,1 Punkte und erreichte damit den höchsten Stand seit über einem Jahr, wie die britische Forschungsgruppe NTC am Dienstag mitteilte. „Wegen der stärkeren Nachfrage nach deutschen Industrie-Erzeugnissen weiteten die Firmen ihre Produktion erneut aus und erhöhten ihre Beschäftigung“, erklärte NTC zu seiner Umfrage unter rund 500 Einkaufsmanagern in der deutschen Industrie.

Lagerbestand stark abgebaut

Die Produktion legte ebenfalls so stark zu wie seit einem Jahr nicht mehr - dennoch kam sie der Nachfrage aus dem In- und Ausland nicht hinterher. Daher bauten die Firmen ihre Fertigwarenlager so stark ab wie nie zuvor in der seit 1996 laufenden
Umfrage. Der Einkaufsmanagerindex für die Euro-Zone stieg um einen Zähler auf 52,7 Punkte und erreichte damit ebenfalls den höchsten Stand seit 13 Monaten.

Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten nur mit einem Anstieg des deutschen EMI auf 52,0 Punkte gerechnet und den Index für die Euro-Zone bei 52,6 Prozent erwartet. Allerdings war auch der Ifo-Geschäftsklima-Index im Oktober auf den höchsten Stand seit fünf Jahren gestiegen.

Erstmals seit September 2004 wieder Personalaufbau

Die NTC-Umfrage belegte durch die Bank eine merkliche Belebung in der deutschen Industrie, die im ersten Halbjahr in eine Schwächephase gerutscht war. Treibende Kraft blieb dabei zwar die Auslandsnachfrage - besonders aus den Vereinigten Staaten, Asien und Osteuropa -, aber auch die bislang schwache heimische Nachfrage zog NTC zufolge an. Der Index für den Auftragseingang legte fast drei Zähler auf 54,9 Punkte zu, das Barometer für die Auslandsnachfrage kletterte auf 57,5 von 54,9 Zählern. Der Produktionsindex stieg auf 54,7 von 53,1 Punkte. „Vor allem die Auftragsbestände und der Lagerabbau sprechen für ziemlich positive Aussichten in den kommenden Monaten“, sagte NTC-Volkswirt Luke Thompson. Dies lasse zumindest ein gleichbleibend kräftiges Produktionsplus bis Jahresende erwarten.

„Um die höhere Auslastung zu bewerkstelligen, weiteten zahlreiche Unternehmen ihre Kapazitäten aus und stellten zum ersten Mal seit September 2004 per saldo wieder neues Personal ein“, erklärte NTC. Der Beschäftigungsindex erreichte mit 50,7 Punkte sogar den höchsten Stand seit fast viereinhalb Jahren. „Solange die Margen unter Druck bleiben, würde ich keinen nennenswerten Beschäftigungsaufbau erwarten“, warnte Thompson aber vor zu viel Optimismus. „Die deutsche Industrie kämpft mit steigenden Kosten und hat Schwierigkeiten, diese an die Kunden weiterzugeben.“

Mehr Aufträge auch im Euro-Raum

Mit einer Zinserhöhung, die nach Ansicht Thompsons im Frühjahr kommen könnte, hätten die wettbewerbsfähigen deutschen Firmen wohl weniger Probleme als in anderen Ländern. „Man darf hoffen, daß die deutsche Industrie besser gewappnet ist als zum Beispiel die Branche in Italien“, sagte der NTC-Experte.

Auch im Euro-Raum verzeichneten die Betriebe mehr Aufträge und produzierten mehr. Trotz gestiegener Nachfrage, wachsender Auftragspolster und zunehmend leerer Lager stellten die Unternehmen im Schnitt aber keine neuen Mitarbeiter ein. Mit 49,9 Zählern, und damit knapp unter der Wachstumsmarke von 50 Punkten, bedeutete die Beschäftigungskomponente jedoch den geringsten Stellenabbau seit Juni 2001. Nach Einschätzung von NTC hielten sich die Firmen mit Neueinstellungen vor allem wegen der hohen Rohstoffpreise zurück.

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