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Konjunktur Deutsche Exporte im April mit Rekordeinbruch

09.06.2009 ·  28,7 Prozent weniger als vor einem Jahr: Im April sind die deutschen Exporte so stark wie noch nie seit Bestehen der Bundesrepublik eingebrochen. Auch im Vergleich zum März fiel der Rückgang mit 4,8 Prozent unerwartet deutlich aus.

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Die Exporte deutscher Unternehmen sind im April wegen der Wirtschaftskrise abermals gesunken. Im Vergleich zum März gingen die Ausfuhren um 4,8 Prozent zurück, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag anhand vorläufiger Berechnungen mitteilte.

Experten hatten lediglich mit einem kalender- und saisonbereinigten Minus von 0,1 Prozent gerechnet. Carsten Brzeski von ING Bank verwies darauf, dass Deutschland weiterhin unter dem stark exportorientierten Wirtschaftsmodell leide. „Erst war Deutschland einer der größten Profiteure der Globalisierung, nun sind wir mit den Schattenseiten dieses Erfolgs konfrontiert“. Die aktuellen Zahlen würden dies abermals unterstreichen. Unicredit-Ökonom Andreas Rees betonte dennoch, dass eine Wende der Entwicklung sehr wahrscheinlich sei. Darauf deuteten auch die im Rahmen der monatlichen Ifo-Umfrage sehr stark gestiegenen Exporterwartungen der Unternehmen hin.

Im März hatte sich der Außenhandel gegenüber dem Februar noch stabilisiert. Mit plus 0,3 Prozent hatte es bei den Exporten den ersten Zuwachs seit September 2008 gegeben, als wegen der Pleite der amerikamischen Investmentbank Lehman Brothers der Welthandel kollabierte.

„Stärkster Einbruch der Nachkriegszeit“

Im Vorjahresvergleich brachen die Exporte im April so stark ein wie noch nie seit Bestehen der Bundesrepublik. Die Unternehmen verkauften Waren im Wert von 63,8 Milliarden Euro ins Ausland und damit 28,7 Prozent weniger als vor einem Jahr. „Das ist der stärkste Einbruch der Nachkriegszeit“, sagte ein Statistiker. Er sei aber nicht allein mit der weltweiten Wirtschaftskrise zu erklären, sondern auch mit dem starken Vergleichswert: Im April 2008 hatte der Exportumsatz mit 89,5 Milliarden Euro einen Rekordwert erreicht.

Importiert wurden insgesamt Waren im Wert von 54,4 Milliarden Euro. Das waren 22,9 Prozent weniger als im April 2008. Dies war der ausgeprägteste Rückgang seit Juni 1963.

Wegen der weltweiten Nachfrageflaute rechnet der Exportverband BGA für 2009 mit einem Umsatzrückgang von bis zu 15 Prozent. Es wäre das erste Minus seit 1993 und das größte seit Gründung der Bundesrepublik 1949.

Die Leistungsbilanz schloss im April nach vorläufigen Ergebnissen mit einem Überschuss von 5,8 Milliarden Euro ab. Auch hier war auf Jahressicht ein kräftiger Rückgang zu verzeichnen. Im April 2008 hatte der Überschuss der Leistungsbilanz noch bei 15,4 Milliarden Euro gelegen.

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Von Holger Steltzner

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